Nach Angriffsdrohungen: EU beruft russischen Vertreter ein

26.05.2026 14:27

Russland droht mit Attacken und fordert ausländische Diplomaten auf,
Kiew zu verlassen. Die EU bleibt vor Ort und kritisiert das Vorgehen.

Brüssel (dpa) - Nach dem russischen Aufruf an ausländische
Staatsbürger und Diplomaten, Kiew zu verlassen, hat die EU den
derzeit ranghöchsten Vertreter Russlands bei der EU einberufen. Die
Aufforderung stelle «eine inakzeptable Eskalation» dar, schrieb eine
Sprecherin der EU-Außenbeauftragen Kaja Kallas auf der Plattform X.
Die EU erhalte ihre diplomatische Präsenz und ihre Arbeit in Kiew
aufrecht, bestätigte sie bei einer Pressekonferenz.

Nach dem massiven Angriff auf die ukrainische Hauptstadt am
Wochenende unter Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete vom Typ
Oreschnik hatte Moskau am Montag mit einer neuen schweren Attacke
gedroht. Das russische Außenministerium rief ausländische Diplomaten
dazu auf, Kiew schnellstmöglich zu verlassen.

Die Sprecherin des Auswärtigen Dienstes der EU sagte, das Vorgehen
zeige erneut, dass Russland absolut nicht an Frieden interessiert sei
und sämtliche Bemühungen um Friedensverhandlungen missachte. Die
Angriffe seien leider tägliche Realität für die Ukraine, für Kiew u
nd
seine Bürgerinnen und Bürger. Tatsächlich sei unter anderem auch die

EU-Vertretung vor Ort getroffen worden. Die Sprecherin betonte, dass
jegliche vorsätzlichen Angriffe auf Zivilisten und nichtmilitärische
Ziele Kriegsverbrechen darstellten.