Kammer: Reiche soll in China EU-Einheit betonen - neuer Bericht

27.05.2026 03:10

Bundeswirtschaftsministerin Reiche besucht China. Die europäische
Handelskammer hofft, dass sie auch die Belange Europas mitvertritt.
Ein neuer Bericht legt die Stimmung der Unternehmen offen.

Peking (dpa) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollte
bei ihrem China-Besuch nach Ansicht der europäischen Handelskammer
auch EU-Wirtschaftsinteressen vertreten. Es gebe keine gesonderte
deutsche Übereinkunft, sagte Kammerpräsident Jens Eskelund vor
Besuchsbeginn in Peking. Europa trete in seinen Positionen und bei
den eingeführten handelspolitischen Instrumenten einheitlich auf,
sagte er. 

Die CDU-Politikerin will heute in Peking und morgen in Guangzhou mit
Vertretern der chinesischen Regierung und Unternehmen sprechen.
Eskelund hofft auf Vertrauensbildung. «Ich glaube, es gibt gerade ein
Vertrauensdefizit zwischen Europa und China», sagte er. «Ich hoffe,
sie vermittelt, dass Europa vereint ist», erklärte der Däne. Außerd
em
müsse Reiche klarmachen, dass Europa unter den richtigen Bedingungen
zu Geschäften mit China bereit sei. 

Stimmung unter EU-Firmen besser

Für europäische Firmen ist China ein wichtiges Absatz- und
Produktionsland. Eine heute vorgestellte Geschäftsklimaumfrage der
EU-Kammer in China ergab, dass sich die Stimmung unter den Firmen
wieder gebessert hat. Zwar sagen immer noch 68 Prozent der 549
Firmen, die an der Befragung im Januar und Februar teilgenommen
hatten, dass das Geschäftsumfeld in China schwieriger geworden sei.
 Damit sank der Wert aber um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum
Rekordwert von 73 Prozent aus dem Bericht 2025, wie die
Interessenvertretung mitteilte. 

«Wir hatten fünf Jahre in Folge, in denen sich das Geschäftsklima
verschlechterte und nun scheint sich möglicherweise ein Wendepunkt
abzuzeichnen», sagte Eskelund. Zudem sagten für diesen Zeitraum nur
noch 47 Prozent, dass das Geschäftsumfeld in China politisierter
wurde. 

Eskelund sieht «Krisenmüdigkeit» bei Firmen 

Den Grund für die Verbesserung sieht Eskelund auch darin, dass sich
China in der turbulenten Weltlage der vergangenen zwölf Monate als
relativ ruhiger Standort mit mehr Vorhersehbarkeit entpuppte. Zudem
hätten europäische Firmen in China ihre Kosten gesenkt und Stellen
abgebaut sowie Exportmärkte erschlossen. 

Allerdings sieht Eskelund auch eine «Krisenmüdigkeit». «Wir haben s
o
viele «Schwarzer-Schwan-Ereignisse», so viele Umwälzungen und so viel

Volatilität erlebt, dass die Unternehmen dies allmählich als die neue
Realität akzeptieren, in der wir leben», sagte er. 

Trotz Anzeichen besserer Stimmung bleiben Probleme für EU-Firmen in
China. 57 Prozent sagen, dass sie negative Auswirkungen durch die
langsamer werdende chinesische Wirtschaft erwarten. 41 Prozent
rechnen in den kommenden fünf Jahren mit mehr Hindernissen durch
Chinas Regularien.