SPD warnt vor EU-Kürzungen für ländliche Projekte in SH

27.05.2026 05:00

Die SPD schlägt Alarm: Werden Aktivregionen in Schleswig-Holstein
bald ausgebremst? Denn durch geplante EU-Reformen könnten ländliche
Projekte im Norden bald weniger Fördermittel erhalten.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins SPD-Fraktion warnt vor einer
ungewissen Zukunft der Aktivregionen im nördlichsten Bundesland.
Durch die vorgesehene Neuordnung der Förderstruktur im kommenden
Haushalt der Europäischen Union drohten erhebliche Mittelkürzungen
für Projekte im ländlichen Raum, teilte die Fraktion mit. Für die
SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt seien diese Regionen ein
Aushängeschild europäischer Regionalpolitik.

«Sie stehen für den bewährten Bottom-up-Ansatz, bei dem Vereine,
Kommunen, Unternehmen und Initiativen gemeinsam Verantwortung für
ihre Region übernehmen», sagte Burkhardt. Das Engagement des Vereins
zur Förderung des Naturerlebniszentrums sei eindrucksvoll. «Ich finde
es großartig, dass EU-Mittel dies unterstützen konnten», betonte sie.


Insgesamt 22 Aktivregionen gibt es in Schleswig-Holstein. Sie sind
laut dem Ministerium für ländliche Räume als Vereine in lokalen
Aktionsgruppen organisiert und haben 50.000 bis 150.000 Einwohner.
Dabei förderten sie Projekte, die den ländlichen Raum zukunftsfähig
gestalten und die Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Gemeinschaft
verbessern.

SPD warnt vor sinkender Mitsprache der Regionen

Laut der SPD-Fraktion war die europäische Förderarchitektur bisher
klar strukturiert: Eigenständige Fonds mit zweckgebundenen und
verbindlichen Mittelzuweisungen stärkten gezielt den ländlichen Raum
und förderten Lebensqualität, Wirtschaftskraft sowie
Bürgerbeteiligung. Künftig sollen allerdings sogenannte nationale und
regionale Partnerschaftspläne mehrere EU-Fonds bündeln und zentral
über die Mitgliedstaaten gesteuert werden. 

Damit drohe die Mitsprache der Regionen erheblich geschwächt zu
werden, warnt die SPD. Entscheidungen würden stärker auf nationaler
Ebene konzentriert - mit unklaren Folgen für die konkreten Bedarfe
vor Ort. Die EU-Abgeordnete Burkhardt fordert daher: «Aktivregionen
brauchen eine verbindliche finanzielle Absicherung, sie sind ein
Stück Europa vor Ort.»