Griechische Inseln ächzen unter Rekord-Touristenansturm
27.05.2026 11:37
Mehr als dreimal so viele Touristen wie griechische Einwohner
strömten 2025 in das Urlaubsland. Auf Jetset-Inseln wie Santorini
oder Mykonos bringt der Rekord-Tourismus die Infrastruktur ans Limit.
Athen (dpa) - Zahlreiche griechische Inseln leiden zunehmend unter
dem Ansturm von Touristen und Ferienhausbesitzern aus dem In- und
Ausland. Auf einigen Inseln entsteht in der Hochsaison sogar eine
höhere Bevölkerungsdichte als im Ballungsraum der griechischen
Hauptstadt Athen. Besonders betroffen sind die beliebten
Jetset-Inseln Santorini und Mykonos. Das geht aus einer Studie der
Universität der Ägäis hervor, die am Mittwoch in der griechischen
Presse veröffentlicht wurde.
Im vergangenen Jahr verzeichnete Griechenland Rekordzahlen im
Tourismus: Nach Angaben der griechischen Zentralbank kamen im Jahr
2025 fast 38 Millionen Touristen nach Griechenland - das entspricht
nahezu dem Dreieinhalbfachen der griechischen Bevölkerung.
Infrastruktur vieler Inseln am Limit
Die Forscher der Studie warnen nun, dass nicht nur die bekannten
Urlaubsinseln, sondern auch zahlreiche kleinere Inseln mit der
Belastung kaum noch Schritt halten können. Vor allem in den
Sommermonaten steigen Wasserverbrauch, Strombedarf, Müllaufkommen und
Verkehrsprobleme drastisch an. Gleichzeitig wird Wohnraum für
Einheimische zunehmend knapp, da immer mehr Wohnungen als
Ferienunterkünfte vermietet werden.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Tourismus zwar ein
wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, jedoch nicht automatisch zu einer
ausgewogenen Entwicklung führt. Die Wissenschaftler fordern daher
einen Ausbau der Infrastruktur, strengere Raumplanung sowie ein
nachhaltigeres Tourismusmanagement.
Regierung kündigt Maßnahmen gegen Massentourismus an
Das Problem ist dem Tourismusministerium in Athen bekannt. Schon
Anfang Mai hatte die griechische Regierung angekündigt,
entschlossener gegen die Folgen des Massentourismus vorzugehen.
Geplant sind strengere Bauauflagen für Touristenhochburgen wie
Santorini, Mykonos, Rhodos und Kos. Neue Hotels auf besonders
belasteten Inseln sollen künftig kleiner ausfallen.
