Generalinspekteur sieht Besorgnis über Drohnen-Vorfälle im Baltikum

27.05.2026 16:11

Die jüngsten Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten alarmierten
die Nato-Verbündeten. Deutschland ranghöchster Soldat erklärt, wie
man auf unbelegte russische Vorwürfe reagieren sollte.

Riga (dpa) - Die jüngsten Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten
haben nach Ansicht von Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer
für Unruhe unter Nato-Verbündeten gesorgt. «Die Vorfälle, die m
it
dabei sind, stimmen uns, glaube ich, alle besorgt», sagte Breuer der
Deutschen Presse-Agentur am Rande des sogenannten Drone Summit in der
lettischen Hauptstadt Riga. Dies habe er auf lettischer Seite, aber
auch bei Treffen zuletzt innerhalb der Nato gemerkt. «Und das sehe

ich natürlich auch in Deutschland.»

Estland, Lettland und Litauen grenzen an Russland und dessen
Verbündeten Belarus. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es in den
vergangenen Wochen mehrere Vorfälle mit Drohnen in den drei Staaten

gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren wiederholt fehlgeleitete
unbemannte Flugkörper in den Luftraum der EU- und Nato-Mitglieder
eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im
Nordwesten Russlands angegriffen. 

Moskau gibt den Balten daran eine Mitschuld. Ohne jeden Beleg
beschuldigte Russland die baltischen Staaten, ukrainische
Drohnenangriffe zu unterstützen und ihren Luftraum und ihr
Staatsgebiet dafür zur Verfügung zu stellen. Lettland drohte es sog
ar
unverhohlen mit Vergeltung. Die Regierungen in Tallinn, Riga und
Vilnius wiesen die russischen Vorwürfe als Lüge zurück und
verurteilten die Drohungen. Auch EU und Nato bekundeten Beistand.

Breuer: Russische Vorwürfe sind hybrider Angriff

«In allen Bereichen sind wir in einem Zustand, der nicht mehr ganz
Frieden, aber auch noch nicht Krieg ist. Alle Nato-Staaten
unterliegen hybriden Angriffen», sagte Breuer zu den russischen
Vorwürfen. «Und so sehe ich auch all das, was jetzt gerade im
Informationsumfeld passiert». Dagegen helfe nur «Aufklärung,
Aufklärung, Aufklärung». Nur darüber könne es gelingen, Dinge z
u
enttarnen und demaskieren sowie die wahren Absichten dahinter
deutlich zu machen, sagte Deutschlands ranghöchster Soldat.

Beim Drone Summit in Riga diskutieren Experten und Vertreter aus
Politik, Wirtschaft und Militär über verschiedene Aspekte der
Drohnentechnologie. Breuer nahm dabei an einer Paneldiskussion teil.
Gemeinsam mit seinem lettischen Amtskollegen Kaspars Pudans
informierte sich der deutsche Armeechef im Ausstellungsbereich über
die Produkte deutscher Hersteller.