Streit über Social-Media-Posts - Nutzer melden viele Fälle
28.05.2026 06:00
Nutzerinnen und Nutzer, die unzufrieden damit sind, wie
Social-Media-Plattformen mit strittigen Beiträgen umgehen, können
diese melden. Aus Deutschland gingen im EU-Vergleich viele
Beschwerden ein.
Brüssel (dpa) - Nacktbilder, Betrug, Gewalt: Aus Deutschland sind
innerhalb eines Jahres über 1.800 Fälle von anfechtbaren Streitfällen
auf Social-Media-Plattformen eingereicht worden. Damit liegt
Deutschland im EU-Vergleich auf Platz fünf, wie das sogenannte
Appeals Centre Europe mitteilte. In 85 Prozent der überprüften Fälle
aus Deutschland gab die unabhängige Schlichtungsstelle den Nutzern
recht und widersprach den Entscheidungen der
Social-Media-Plattformen.
Nutzerinnen und Nutzer aus der EU können sich an das Zentrum wenden,
wenn sie unzufrieden damit sind, wie etwa Instagram, Facebook, TikTok
oder YouTube mit strittigen Inhalten umgehen - zum Beispiel wenn ein
Post mit Hassrede oder sexualisierten Inhalten nicht gelöscht wird.
Die Entscheidungen des Appeals Centre Europe sind nicht bindend, die
Plattformen müssen sich aber damit auseinandersetzen.
Insgesamt gingen im Zeitraum von April 2025 bis März 2026 mehr als
24.000 Streitfälle aus der EU ein. Die meisten Fälle, für die das
Zentrum zuständig ist, kamen laut Transparenzbericht aus Frankreich,
gefolgt von Belgien, Italien und Spanien.
Hassrede, Falschinformationen und Kriminalität
Mit 82 Prozent lagen die Fälle aus Deutschland, in denen das Zentrum
dem Vorgehen der Plattformen widersprochen hat, am häufigsten im
Bereich von verbotenen Waren und Dienstleistungen. Darauf folgten mit
80 Prozent Fälle von Betrug sowie ebenfalls mit 80 Prozent
Streitfälle im Bereich Gewalt und Kriminalität.
Unter allen eingereichten Streitfällen in Deutschland waren die
meisten dem Bereich der Account-Richtlinien zuzuordnen, gefolgt von
Nacktbildern und sexualisierten Inhalten und Hassrede. Weitere Fälle
lagen in den Bereichen gefährliche Organisationen,
Falschinformationen, grafische Inhalte und Suizid. Die meisten
Meldungen gab es zu Facebook und Instagram. Dahinter lagen mit etwas
Abstand TikTok, YouTube und Threads.
