«Falle» Moskaus: EU-Chefdiplomatin warnt vor Gesandten-Debatte

28.05.2026 10:16

Könnte Altkanzlerin Merkel Russland-Gesandte der EU werden - oder der
finnische Präsident Stubb? Die EU-Außenbeauftragte macht jetzt
deutlich, was sie von solchen Spekulationen hält.

Limassol (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt davor, die
Debatte über die Auswahl eines Gesandten für mögliche
Ukraine-Friedensgespräche mit Russland fortzusetzen. «Es ist eine
Falle, in die Russland uns locken will», sagte Kallas bei einem
Treffen der EU-Außenminister in der zyprischen Hafenstadt Limassol.
Die russische Taktik sehe vor, dass man darüber diskutiere, wer mit
Russland spreche, und Russland dann bereits auswähle, wer geeignet
sei und wer nicht.

Kallas reagierte mit den Äußerungen auf Fragen zu der Debatte um
einen möglichen Chefverhandler. Sie betonte auch, dass Verhandlungen
immer eine Teamleistung seien und es aus ihrer Sicht erst einmal eine
Verhandlungsstrategie brauche, bevor man über Personen rede.

In Brüssel und in den anderen europäischen Hauptstädten hatte es
zuletzt wieder verstärkt Diskussionen darüber gegeben, ob die EU
einen Vertreter für mögliche Verhandlungen mit Russland benennen
sollte. Als potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten wurden dabei die
frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der finnische
Präsident Alexander Stubb genannt sowie Mario Draghi, der ehemalige
Präsident der Europäischen Zentralbank. Russlands Präsident Wladimir

Putin brachte zudem den Namen des früheren deutschen Kanzlers Gerhard
Schröder ins Spiel.