Vor Gericht: Maschinenbau-Exporte nach Russland verschleiert

28.05.2026 17:30

65 Ausfuhren im Wert von knapp 833.000 Euro: Zwei Geschäftsführer
sollen EU-Sanktionen umgangen und so Waren über die Türkei und
Kirgistan ins Ziel gebracht haben.

Münster (dpa) - Wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz
stehen zwei Männer aus Oelde im Münsterland von Freitag (9.00 Uhr) an
vor dem Landgericht Münster. Die beiden Brüder, 34 und 39 Jahre alt,
sollen laut Anklage als Geschäftsführer einer Firma Sanktionen der
Europäischen Union (EU) umgegangen und Waren nach Russland ausgeführt
haben. 

Dabei sollen die Fälle von 2023 bis 2024 überwiegend aus dem Bereich
Maschinenbau über Briefkastenfirmen in der Türkei und Kirgistan
verschleiert worden sein. Die Ermittler sind auf 65 Ausfuhren im Wert
von knapp 833.000 Euro gestoßen. 

Nach Angaben des Gerichts sollen die beiden Angeklagten ihren Tatplan
gemeinschaftlich mit ihrem Vater umgesetzt haben. Gegen ihn läuft ein
eigenes Verfahren. Den Söhnen sei bekannt gewesen, dass die Waren an
die tatsächlichen Käufer in Russland weitergeleitet wurden. Die EU
versucht mit den Ausfuhrbeschränkungen, Russlands Möglichkeiten, den
Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen, zu begrenzen. (Az.: 71 KLs
1/26)