EU-Kommission genehmigt Fusion unter Molkereiriesen
28.05.2026 19:30
Zwei große Molkereiunternehmen aus Deutschland und Skandinavien
planen die größte Molkereigenossenschaft Europas. Könnte das den
Wettbewerb beeinflussen? Die EU hat geprüft.
Brüssel (dpa) - Die deutsche Molkereigenossenschaft DMK darf aus
EU-Sicht vom dänisch-schwedischen Branchenriesen Arla Foods
übernommen werden. Die Europäische Kommission hat einer Mitteilung
zufolge keine Bedenken, dass dies den Wettbewerb verzerren könnte und
genehmigt die Pläne ohne Auflagen. Bei großen Zusammenschlüssen prü
ft
die Brüsseler Behörde dies standardmäßig.
Die Genossenschaften kaufen jeweils Rohmilch von ihnen
angeschlossenen Landwirten und verarbeiten sie weiter. Die
Frischmilch, Butter, Joghurt, Sahne, Käse oder Zutaten auf Molkebasis
verkaufen sie dann in verschiedenen EU-Ländern weiter.
Konkurrenz vor allem in Norddeutschland
Die Unternehmen seien zwar bei der Rohmilchbeschaffung vor allem in
Norddeutschland Konkurrenten, schreiben die Wettbewerbshüter. Arla
sei aber aufgrund ihrer genossenschaftlichen Struktur verpflichtet,
die gesamte Milch ihrer angeschlossenen Landwirte abzunehmen und
allen denselben Preis zu zahlen, unabhängig von ihrem Standort. Arla
könne deshalb den Milchpreis in Gebieten mit hohen Marktanteilen gar
nicht senken - und habe auch keinen Anreiz dafür, da Landwirte dann
zu anderen Genossenschaften wechseln würden.
Bei der Belieferung von Einzelhändlern mit Milchprodukten -
insbesondere Eigenmarkenprodukten - und der Lieferung von Zutaten auf
Molkebasis - konkret Permeatpulver und Molkenproteinkonzentrat -
seien die Unternehmen ebenfalls Wettbewerber. Nach Einschätzung der
Kommission wird es hier aber weiter genug Wettbewerbsdruck durch
andere Unternehmen geben, sodass keine Verzerrung zu befürchten sei.
Es sei zudem üblich, dass Einzelhändler getrennt zu Eigenmarken- und
Marken-Milchprodukten verhandelten, sodass das Risiko begrenzt sei,
dass Einzelhändler stark dazu angehalten würde, mehrere Produkte
zusammen zu kaufen, anstatt sie separat auszuwählen.
Besseres Angebot angekündigt
Arla und Deutsches Milchkontor (DMK) hatten den Zusammenschluss im
Juni 2025 angekündigt. Er solle mehr als 12.000 Milchbauern
zusammenbringen und «die leistungsstärkste Molkereigenossenschaft
Europas» schaffen, hieß es damals. Dem Verbraucher soll das unter
anderem in Form der Förderung einer hochwertigen Milchproduktion und
einer Verbesserung des Angebots zugutekommen. Das fusionierte
Unternehmen werde den Namen Arla tragen.
Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat seinen Sitz im niedersächsischen
Zeven und seine Verwaltung in Bremen. Arla ist im dänischen Viby zu
Hause, dort soll nach früheren Angaben auch der künftige Hauptsitz
des fusionierten Unternehmens sein. Zusammen kommen die beiden
Genossenschaften auf knapp 19 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund
28.700 Mitarbeiter.
Die meisten DMK-Standorte sind bisher in Niedersachsen, weitere
Betriebe unter anderem in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern,
Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg. Zu den
DMK-Marken zählen neben Milram auch Humana, Oldenburger, Osterland
und die Babynahrungsmarke Alete.
