Kreml begrüßt Ungarns Haltung zur Waffenlieferung an Ukraine

29.05.2026 11:50

Russland bezeichnet die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine
oft als künstliche Verlängerung des Krieges. Da sorgt eine Äußerung

des neuen ungarischen Ministerpräsidenten für Freude im Kreml.

Budapest/Moskau (dpa) - Russland hat den Verzicht Ungarns auf
Waffenlieferungen an die Ukraine als positive Entscheidung gewürdigt.
«Wenn irgendeine Seite darüber spricht, dass sie es nicht für nötig

hält, Öl ins Feuer zu gießen, dann kann man das nur begrüßen»,
sagte
Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur
Interfax zufolge am Rande eines Besuchs von Kremlchef Wladimir Putin
in der kasachischen Hauptstadt Astana. «Wir würden erwarten, dass
alle Länder solch eine Entscheidung treffen, dann gäbe es schneller
Frieden.»

Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar hatte nach einem
Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte die bisherige Linie
Budapests unter der Vorgängerregierung von Viktor Orban bestätigt.
«Ich habe dem Generalsekretär gesagt, dass Ungarn keine Waffen oder
Kampfausrüstung in den russisch-ukrainischen Krieg entsenden wird»,
teilte er bei Facebook mit. Zugleich betonte er mit Blick auf die
Nato: «Ungarn wird erneut ein verlässlicher Partner des stärksten
Militärbündnisses der Welt sein.»

Peskow: EU kann nicht im Ukraine-Krieg vermitteln

Peskow reagierte auch auf das EU-Außenministertreffen in Zypern, bei
dem kein Vermittler für mögliche Verhandlungen mit Russland bestimmt
wurde. «Gegenwärtig ist Europa eine Konfliktpartei auf der Seite der
Ukraine», sagte er. Europäische Waffen würden gegen russische Truppen

eingesetzt. «Deshalb kann Europa mit diesem Status natürlich in
keiner Weise eine Vermittlung für sich beanspruchen», sagte Peskow.
«Sie kämpfen auf der Seite der Ukraine.»

Zugleich zeigte sich Peskow erneut offen für einen Dialog. Es sei in
dem Konflikt bisher die «größte Dummheit» der Europäer, jedwede
Gespräche mit Russland abzulehnen. Brüssel habe so die Beziehungen zu
Moskau in die Sackgasse geführt, meinte Peskow. Bisher habe Europa
nichts und niemanden vorgeschlagen, einen Ausweg aus der Lage zu
finden.

EU hält sich selbst auch nicht für neutral

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte am Vortag in Zypern selbst
erklärt, dass Europa keine klassische Vermittlerrolle einnehmen
könne, weil die EU fest an der Seite der Ukraine stehe und ihre
eigenen Sicherheitsinteressen vertrete.

Hintergrund der Äußerungen von Kallas ist die aktuelle Debatte
darüber, ob sich die EU angesichts der bislang ausgebliebenen Erfolge
der Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump stärker in
diplomatische Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges einschalten
sollte. Dabei wird von EU-Staaten wie Österreich auch die Ernennung
eines EU-Chefverhandlers gefordert.