Maschinenbauteile nach Russland - Prozess gegen zwei Brüder
29.05.2026 13:17
Zwei Brüder sollen trotz EU-Sanktionen Maschinenbauteile nach
Russland ausgeführt haben. Nun stehen sie vor Gericht - und schweigen
bisher zu den Vorwürfen.
Münster (dpa) - Vor dem Landgericht Münster ist ein Prozess gegen
zwei Geschäftsführer eines Unternehmens aus Oelde im Münsterland
gestartet. Die beiden sollen trotz der verhängten Handels-Sanktionen
der Europäischen Union große Warenmengen nach Russland
ausgeführt haben. Der Vorwurf lautet: Verstoß gegen das
Außenwirtschaftsgesetz in 65 Fällen.
Die 34- und 39-jährigen Brüder sind Deutsch-Russen. Gemeinsam mit
ihrem Vater, gegen den ebenfalls ein Verfahren läuft, sollen sie
Maschinenbauteile im Wert von mehr als 830.000 Euro nach Russland
ausgeführt haben. Um die wegen des Ukrainekriegs von der EU
verhängten Verkaufsverbote an Russland zu umgehen und vor dem Zoll zu
verschleiern, sollen die Brüder die Geschäfte über Briefkastenfirmen
in Kirgisistan und der Türkei abgewickelt haben.
Die beiden Brüder sitzen in Untersuchungshaft. Am ersten
Verhandlungstag haben sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Um
ein vermutlich sehr aufwendiges Gerichtsverfahren mit ursprünglich 19
Verhandlungstagen zu beschleunigen, wollen die Richter jetzt einen
Vorschlag zur Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft und
Verteidigung vorbereiten. Begründung: Der russische Angriffskrieg auf
die Ukraine und die EU-Sanktionen hätten das vorher legale
Geschäftsmodell des Unternehmens unmöglich gemacht. Falls die Brüder
ein Geständnis ablegen, könnten sie mit einer milderen Strafe
rechnen.
Der Prozess wird am 1. Juli fortgesetzt.
