Griechenland plant harte Schritte gegen Migration auf Kreta
29.05.2026 14:34
Hunderte Migranten kommen fast täglich auf Kreta an. Athen warnt vor
Zuständen wie 2015 und setzt auf harte Maßnahmen - mit Folgen für
Schutzsuchende und Wirtschaftsmigranten.
Athen (dpa) - Angesichts steigender Ankünfte von Migranten auf Kreta
hat die griechische Regierung eine deutliche Verschärfung ihrer
Migrationspolitik angekündigt. Migrationsminister Thanos Plevris
erklärte im Parlament, sollte sich die Situation wie am Vortag
(Donnerstag) mit der Ankunft von mehr als 600 Menschen auf Kreta
fortsetzen, werde die Regierung «sehr harte Maßnahmen» ergreifen.
Geschlossene Aufnahmezentren
Geplant seien geschlossene Aufnahmezentren in Chania und Heraklion,
in denen Migranten bis zur Prüfung ihres Status untergebracht werden
sollen. Mit dem neuen europäischen Migrations- und Asylpakt, der ab
dem 12. Juni gelten soll, solle künftig schneller zwischen
Schutzberechtigten und Personen ohne Aussicht auf Asyl unterschieden
werden. Verfahren und mögliche Abschiebungen sollen laut Regierung
innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden, fügte Plevris hinzu.
Erinnerung an die Flüchtlingskrise 2015/2016
Griechenland wolle keine Zustände wie in den Jahren 2015 und 2016
erleben, sagte der Migrationsminister. Damals waren Hunderttausende
Migranten aus Syrien, Irak und Afghanistan über die Türkei und die
Balkanroute nach Europa gekommen. Jetzt steige der Druck über die
Route von Libyen nach Kreta. Die meisten Menschen kämen derzeit aus
Bangladesch und Ägypten. Dort gebe es keinen Krieg, deshalb handle es
sich «eindeutig um Wirtschaftsmigranten», sagte der Minister weiter.
Weitere Überfahrten erwartet
Nach Informationen aus Kreisen der griechischen Küstenwache sollen
dutzende Boote aus Libyen auf dem Weg nach Kreta sein. Plevris sagte
zuletzt, in Libyen warteten mehr als eine halbe Million Menschen auf
eine Überfahrt nach Europa.
