Große EU-Länder einigen sich auf Position bei Kapitalmarktunion

29.05.2026 15:35

Europa soll stärker werden, das ist das Ziel der Kapitalmarktunion.
Nun ist ein wichtiger Zwischenschritt erreicht worden.

Berlin (dpa) - Auf dem Weg zu einer vertieften Zusammenarbeit der
Kapitalmärkte in Europa haben sich große EU-Länder auf eine
gemeinsame Position geeinigt. Das teilte das Bundesfinanzministerium
mit. Minister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich am Donnerstag mit
Amtskollegen aus den anderen großen EU-Volkswirtschaften Frankreich,
Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien getroffen. 

«Die sechs wirtschaftsstärksten EU-Staaten handeln gemeinsam, um
Europa souveräner und stärker zu machen», erklärte Klingbeil. «Da
ss
die sechs größten Volkswirtschaften der EU bereit sind, nationale
Egoismen hinter sich zu lassen und zusammen voranzugehen, ist ein
wichtiges Signal für die gesamte Europäische Union.» Laut Klingbeil
haben sich die sechs Länder auch beim Thema Aufsicht auf weitere
Schritte zur europäischen Kapitalmarktunion verständigt. 

An der sogenannten Kapitalmarktunion wird seit Jahren gearbeitet.
Dabei geht es zur Vertiefung des Binnenmarkts darum, das
Zusammenwachsen der noch zersplitterten europäischen Kapitalmärkte
stärker zu forcieren - um mehr private Investitionen zu
mobilisieren. 

Ein Reformpaket der EU sieht auch vor, Kontrollbefugnisse über
bedeutende grenzüberschreitend tätige Akteure an die Europäische
Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu übertragen.

Aus Kreisen des Finanzministeriums hieß es, die Einigung der sechs
Länder sei ein wichtiger Schritt nach vorne in Richtung
Kapitalmarktunion. So solle Aufsicht über bedeutende
Marktinfrastrukturen sowie bestimmte Handelsplätze schrittweise auf
die ESMA übertragen werden. In ihrer derzeitigen Form und Größe
würden deutsche Handelsplätze damit aktuell nicht einer
verpflichtenden europäischen Aufsicht unterliegen. Die
Aufsichtskompetenz für bedeutende Krypto-Dienstleister solle
schrittweise auf die europäische Aufsichtsbehörde übertragen werden.