Selenskyj warnt vor neuem schweren russischen Angriff

29.05.2026 16:27

Vor einer Woche hat das russische Militär einen verheerenden Schlag
gegen Kiew geführt. Der Ukraine zufolge steht eine Wiederholung
dieses Szenarios bevor. Kiew hat eine Bitte an den Westen.

Kiew (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor
einem neuen schweren russischen Angriff gewarnt. Es gebe
entsprechende Informationen über eine bevorstehende massive Attacke,
schrieb er auf seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken. Erst am
Wochenende hatte das russische Militär die Ukraine und insbesondere
deren Hauptstadt Kiew mit einem Großangriff überzogen und dabei auch
die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Moskau selbst
hatte weitere Angriffe auf Kiew angekündigt.

Laut Selenskyj zeugt die Zerstörungstaktik Russlands davon, dass
Moskau weiter rein auf eine militärische Lösung des Konflikts setzt.
In dem Zusammenhang rief er westliche Partner einmal mehr zur
Lieferung von Flugabwehrwaffen, speziell gegen ballistische Raketen,
auf.

Kiew erwartet weiteren Schritt Richtung EU

Selenskyj sprach auch mit dem österreichischen Bundeskanzler
Christian Stocker (ÖVP) über Russlands Vorbereitungen. Bei dem
Telefonat sei es außerdem um die EU-Integration der Ukraine gegangen.
«Wir erwarten, dass schon im Juni das erste Cluster eröffnet werden
wird», schrieb Selenskyj bei Telegram. Das sei gerecht, die Ukrainer
hätten es verdient, führte er aus. «Österreich unterstützt die
Öffnung des Cluster im Rahmen des klar leistungsbasierten Prinzips.
Insofern ist für uns auch klar, dass es keine Abkürzung oder
Überholspur auf dem Weg in die EU gibt», sagte die außenpolitische
Sprecherin von Stocker.

Der Prozess der Beitrittsverhandlungen ist in sechs Themenbereiche
mit insgesamt 32 Abschnitten eingeteilt, die auch Cluster
beziehungsweise Kapitel genannt werden. Eröffnet und geschlossen
werden können sie nur durch einstimmige Entscheidungen der
Mitgliedstaaten.