Putin bringt erneut Schröder als EU-Unterhändler ins Spiel
29.05.2026 21:54
Mit seinem Vorschlag an die EU, Ex-Kanzler Schröder als Unterhändler
zu ernennen, hatte Putin vor knapp drei Wochen für Aufregung gesorgt.
Nun liefert er die Begründung nach.
Astana (dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen
Vorschlag zur Benennung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als
EU-Unterhändler im Ukraine-Krieg verteidigt. «Als ich den Namen von
Herrn Schröder genannt habe, hatte ich einen Menschen im Blick, dem
man vertrauen kann», sagte er in der kasachischen Hauptstadt Astana.
Dass er mit Schröder befreundet sei, sei dabei kein Minuspunkt. «Was
ist daran schlecht?», fragte er. Schließlich gehe es um Vertrauen.
Der ehemalige deutsche Kanzler vertrete schließlich trotzdem
nationale Interessen.
Putin betonte dabei, dass Russland der EU nicht vorschreibe, wen sie
zum Unterhändler für eventuelle Gespräche über ein Ende des Kriegs
in
der Ukraine ernenne. Doch für ergiebige Verhandlungen sei ein Partner
nötig, der nicht mit scharfen Tönen gegenüber Russland aufgefallen
sei, meinte er. Der EU warf er zugleich vor, den Dialog mit Moskau zu
verweigern.
Schon am 9. Mai, dem Tag, an dem Russland den Jahrestag seines Sieges
im Zweiten Weltkrieg über Hitler-Deutschland begeht, hatte Putin die
Kandidatur Schröders bei möglichen Ukraine-Verhandlungen ins Spiel
gebracht. Dieser wäre als EU-Gesandter ein annehmbarer
Gesprächspartner für Moskau, hatte er gesagt. In Brüssel stieß dies
er
Vorschlag vornehmlich auf Ablehnung.
