Litauen für schnellen EU-Beitritt der Ukraine
01.06.2026 13:49
Bundeskanzler Merz will der Ukraine einen neuen Sonderstatus als
«assoziiertes Mitglied» der EU anbieten. Litauen dagegen dringt
weiter auf einen schnellen Beitritt Kiews - als Vollmitglied.
Vilnius (dpa) - Litauens Regierungschefin Inga Ruginiene macht sich
dafür stark, die von Russland angegriffene Ukraine so schnell wie
möglich als Vollmitglied in die EU aufzunehmen. «Die Ukraine muss bis
2030 vollwertiges EU-Mitglied werden. Dieser Prozess zieht sich schon
viel zu lange hin. Deshalb müssen wir alles tun, um ihn zu
beschleunigen», sagte Ruginiene in Vilnius nach den zweiten
litauisch-ukrainischen Regierungskonsultationen. Es sei sehr wichtig,
dass alle sechs Verhandlungskapitel über den EU-Beitritt der Ukraine
jetzt eröffnet würden.
Auch Außenminister Kestutis Budrys forderte, die
Beitrittsverhandlungen sollten unverzüglich beginnen: «Die
EU-Mitgliedschaft der Ukraine ist die wichtigste Sicherheitsgarantie
sowohl für das Land selbst als auch für ganz Europa. Es liegt in
unserem gemeinsamen Interesse, dass die Ukraine mit ihrer gesamten
militärischen Stärke sowie ihrem menschlichen und wirtschaftlichen
Potenzial so bald wie möglich unserer Gemeinschaft beitritt.»
Merz strebt assoziierte EU-Mitgliedschaft der Ukraine an
Litauens Regierungsspitze reagierte damit auf einen Vorschlag von
Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte zuletzt für die Ukraine
einen Sonderstatus als «assoziiertes Mitglied» der EU vorgeschlagen,
weil ein schneller vollständiger Beitritt seiner Ansicht nach
ausgeschlossen ist. Aus Sicht Berlins wird mit dem Vorschlag eine
politische Brücke gebaut. Der Ukraine dagegen geht das nicht weit
genug.
Litauen gehört seit 2004 der EU und Nato an. Der Baltenstaat zählt
international zu den größten Fürsprechern der Ukraine, die sich sei
t
mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische
Invasion wehrt.
