Magyar: Ungarn vor Einigung mit Ukraine in Minderheitenfrage
02.06.2026 14:55
Der neue Regierungschef in Budapest zeigt sich zuversichtlich: Eine
Einigung über die Rechte der ethnischen Ungarn in der Ukraine scheint
in Reichweite. Das wirkt sich auf deren EU-Ambitionen aus.
Berlin (dpa) - Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar sieht
sein Land vor einer Einigung mit der Ukraine über die Rechte der
ungarischen Minderheit im östlichen Nachbarland. Der Verlauf der
diesbezüglichen bilateralen Gespräche würde ihn «sehr zuversichtlic
h»
stimmen, sagte Magyar auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Magyar, der seit 9. Mai
Regierungschef Ungarns ist, hatte die Regelung der Minderheitenrechte
der ethnischen Ungarn in der Ukraine zur Bedingung dafür gemacht,
dass sein Land dem Beginn von EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine
zustimmt.
«Wir hoffen, dass wir die technischen Gespräche schon in dieser Woche
abschließen können», sagte Magyar weiter. Sollte dies geschehen, sei
er bereit, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der
nächsten Woche zu treffen, fügte er hinzu. Minderheitenrechte seien
«grundlegende Rechte». Er sei zuversichtlich, dass sich der seit mehr
als zehn Jahren bestehende Disput «klären und regeln» lasse. «Wir
sind bereit, ein neues Kapitel in den ungarisch-ukrainischen
Beziehungen aufzuschlagen.»
In der westukrainischen Region Transkarpatien leben nach ungarischer
Darstellung bis zu 100.000 ethnische Ungarn. Unter Magyars Vorgänger,
dem Rechtspopulisten Viktor Orban, waren die Beziehungen zu dem von
Russland angegriffenen Nachbarland auf einen Tiefpunkt gesunken.
Orban stellte sich mehr oder weniger offen auf die Seite von
Kremlchef Wladimir Putin. Im Wahlkampf für die April-Wahl, die er
gegen den Bürgerlichen Magyar verlor, ließ er Selenskyj auf Plakaten
als angeblichen Kriegstreiber und Finanzier Magyars diffamieren.
