Weniger Asylsuchende kommen nach Sachsen-Anhalt

02.06.2026 15:00

Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt sinkt weiter deutlich.
Innenministerin Zieschang sieht die Migrationspolitik bestätigt und
fordert weitere Maßnahmen.

Magdeburg (dpa/sa) - Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt ist
in den ersten fünf Monaten des Jahres erneut deutlich gesunken. Bis
Ende Mai kamen 851 Asylbewerber in das Land. Das waren 37 Prozent
weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum und 57 Prozent weniger als
im Vergleichszeitraum 2024, wie das Innenministerium mitteilte.

Setzt sich die Entwicklung fort, könnten bis Jahresende rund 2.000
Asylsuchende nach Sachsen-Anhalt kommen. Zugangszahlen in dieser
Größenordnung gab es zuletzt 2012.

Zieschang sieht Kurs bestätigt

Innenministerin Tamara Zieschang sieht darin eine Bestätigung der
bisherigen Migrationspolitik. «Der Trend der rückläufigen
Zugangszahlen setzt sich kontinuierlich fort», sagte die
CDU-Politikerin. Die Maßnahmen zur Begrenzung der irregulären
Migration auf Bundes- und Landesebene zeigten Wirkung. «Jetzt dürfen
wir nicht nachlassen.» 

Mit Blick auf die bevorstehende Reform des Gemeinsamen Europäischen
Asylsystems (GEAS) sowie geplante Verschärfungen bei Rückführungen
sprach sich die Ministerin für einen konsequenten Kurs aus. «Wer ohne
Schutzgrund gekommen ist, muss Sachsen-Anhalt, muss Deutschland und
Europa wieder verlassen.»

Reform des europäischen Asylsystems

Am 12. Juni tritt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems
in Kraft. Sie sieht unter anderem strengere Kontrollen und
Registrierungen an den EU-Außengrenzen, verpflichtende Vorprüfungen
irregulär eingereister Menschen sowie in bestimmten Fällen
Asylverfahren bereits an den Außengrenzen der Europäischen Union vor.
Zudem sollen die Verfahren in den Mitgliedstaaten stärker
vereinheitlicht und beschleunigt werden.