EU-Kommission: BASF darf Lacke-Sparte an Carlyle verkaufen
02.06.2026 20:19
Der Chemie-Riese BASF verkauft seine Lacke-Sparte an
US-Finanzinvestor Carlyle. Die europäischen Wettbewerbshüter machen
den Weg frei - unter Bedingungen.
Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat den Verkauf des Lacke-Geschäfts
des Chemiekonzerns BASF an den US-Finanzinvestor Carlyle unter
Auflagen genehmigt. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft
des Spezialchemieunternehmens Nouryon verkaufen, das zum Portfolio
der Investmentgesellschaft Carlyle gehört, wie aus einer Mitteilung
der Behörde hervorgeht. Damit soll der Wettbewerb im Bereich der
Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt und der Polysulfide als dafür
entscheidendem Ausgangsstoff gesichert werden.
Nouryon sei einer von nur zwei globalen Anbietern dieser Polysulfide
und habe deshalb erhebliche Marktmacht, begründete die EU-Kommission
ihre Entscheidung. Polysulfide seien für die Herstellung von
Dichtstoffen in der Luft- und Raumfahrt nötig - einem Markt, in dem
auch BASF Coatings tätig ist. Aus Sicht der Brüsseler
Wettbewerbshüter hätte das fusionierte Unternehmen wahrscheinlich die
Möglichkeit und den Anreiz, den Zugang der Wettbewerber von BASF
Coatings zu Polysulfiden für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt
zu beschränken, und könnte zudem wirtschaftlich sensible
Informationen zum Nachteil der Wettbewerber nutzen.
Der Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen und Carlyle hatten
die Transaktion im vergangenen Oktober angekündigt. Für die Sparte
wurde demnach ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro angesetzt.
Zum Geschäftsbereich gehören etwa Fahrzeugserien- und
Autoreparaturlacke sowie Oberflächentechnik. BASF will demnach 40
Prozent an der Sparte behalten. Dem Konzern sollen 5,8 Milliarden
Euro vor Steuern in bar zufließen.
