EU streicht Griechenland nach 16 Jahren von Krisenliste
03.06.2026 16:18
Griechenland hat's geschafft: Nach 16 Jahren Krisenstatus ist das
Land raus aus der EU-Überwachung. Die Regierung in Athen feiert.
Athen (dpa) - Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis
hat die Entscheidung der Europäischen Kommission begrüßt,
Griechenland von der Liste der EU-Länder mit makroökonomischen
Ungleichgewichten zu streichen. Damit werde «ein negatives Kapitel
geschlossen, das vor 16 Jahren geöffnet wurde», erklärte Mitsotakis
auf Facebook.
«Fundament für ein besseres Leben»
Die Entwicklung sei das Ergebnis der harten Anstrengungen von Bürgern
und Staat. Es handle sich nicht um eine bloß technokratische
Feststellung, sondern um das «Fundament für ein besseres Leben». Die
erzielten Überschüsse könnten nun in höhere Löhne und Renten
umgesetzt werden, fügte der konservative Ministerpräsident hinzu, der
Griechenland seit 2019 regiert.
Mit der Entscheidung endet für Griechenland eine weitere Form der
wirtschaftspolitischen Überwachung durch die Europäische Union. Nach
Einschätzung der Kommission haben sich die Risiken im Zusammenhang
mit der Staats- und Auslandsverschuldung deutlich verringert. Zudem
verweist Brüssel auf solides Wirtschaftswachstum,
Haushaltsüberschüsse, Fortschritte bei Reformen und eine
Stabilisierung des Bankensektors, teilte das griechische
Finanzministerium mit.
Griechenland erhielt zwischen 2010 und 2018 mehrere internationale
Hilfspakete. Auf dem Höhepunkt der Krise stand das Land vor allem
2015 zeitweise kurz vor einem Austritt aus der Eurozone.
