EU-Kommission ernennt erstmals KI-Sonderbeauftragten

03.06.2026 17:20

Die EU-Kommission holt sich externe Fachexpertise zu KI-Themen aus
der Wirtschaft. Wer ist der Mann, der künftig
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Vize-Präsidentin
Virkkunen berät?

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat erstmals einen
Sonderbeauftragten für künstliche Intelligenz ernannt. Der dänische
Manager Jim Hagemann Snabe werde EU-Kommissionspräsidentin Ursula von
der Leyen sowie Vizepräsidentin Henna Virkkunen in dieser neu
geschaffenen Position künftig beraten. Das Ziel dahinter sei es, das
transformative Potenzial von KI in der gesamten Europäischen Union zu
maximieren, teilte Virkkunen mit.

Hagemann Snabe soll die Position den Angaben zufolge bis Ende März
kommenden Jahres innehaben und unentgeltlich arbeiten.

Die Ernennung erfolge zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die
KI-Politik der Kommission, teilte die Kommission mit. Hauptgedanke
hinter dem Posten sei es, Erfahrungen aus Aktivitäten außerhalb der
Kommission einzubringen. Außerdem solle er einen Bericht über
industrielle KI erstellen, hieß es.

Viele Jahre Erfahrung in IT-Branche

Hagemann Snabe habe in renommierten Technologieunternehmen gearbeitet
und sei Mitglied verschiedener internationaler und finanzieller
Institutionen gewesen. Er bringe 25 Jahre Erfahrung aus der
IT-Branche sowie dem KI-Bereich mit. Hagemann Snabe ist nach Angaben
von Siemens Mitglied des Aufsichtsrats des Technologiekonzerns. 

Gemäß den Vorschriften für Sonderberater habe die Kommission vor der

Ernennung von Hagemann Snabe eine gründliche Prüfung durchgeführt, um

sicherzustellen, dass kein Interessenkonflikt zwischen seinen
Aufgaben als Sonderbeauftragten und seinen beruflichen Tätigkeiten
außerhalb der Kommission bestehen. Für die Dauer seines Mandats werde
er etwa seine Mitgliedschaft im Beirat von Google Cloud aussetzen. 

Status eines unentgeltlichen Sonderberaters

Er werde die EU-Kommission im gesamten Bereich der industriellen KI
beraten, kündigte die Behörde an. Besondere Schwerpunkte liegen der
Kommission zufolge auf der KI-Infrastruktur, einschließlich
Rechenzentren, dem Bereich des sogenannten High Performance Computing
(HPC) und den für den KI-Einsatz kritischen Halbleiter-Lieferketten.