Nach Angebot an Putin: Europäer planen Treffen mit Selenskyj
05.06.2026 13:29
Kommt durch einen Brief von Selenskyj an Putin Bewegung in die
Bemühungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs? Ein wichtiger
Unterstützer begrüßt Selenskyjs Initiative.
Tivat (dpa) - Nach der Initiative des ukrainischen Präsidenten
Wolodymyr Selenskyj für direkte Friedensgespräche mit dem russischen
Staatschef Wladimir Putin soll es in den kommenden Tagen ein weiteres
Spitzentreffen führender europäischer Politiker mit Selenskyj geben.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Rande eines
EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro, es gebe eine enge Abstimmung
zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen
werde man sich mit Selenskyj sehen. Bundeskanzler Merz,
Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt
vor rund zwei Wochen in einer Videokonferenz ausgetauscht.
Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: «Ich glaube, dass es heute
die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als
auch einen Friedensplan ausarbeiten können.» Die Europäer könnten
dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer
der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem
bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit
am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen
Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe.
«Deshalb halte ich das für eine gute Initiative», sagte er.
Selenskyj hatte Putin Friedensgespräche angeboten
Selenskyj hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte
Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang
nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach
einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als
Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenskyj
schon mehrfach abgelehnt.
