Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf

08.06.2026 00:05

Die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges liegen auf Eis.
Drei europäische Länder und die Ukraine wollen sie wieder in Gang
bringen. Sie nennen Putin fünf Bedingungen dafür.

London (dpa) - Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die
Ukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer
sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des Krieges
aufgerufen. Ausgangspunkt dafür soll die derzeitige Frontlinie in der
Ukraine sein. Die USA sowie Europa sollten «aktiv» an den Gesprächen

beteiligt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die
Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister
Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in
London veröffentlichten. 

Fünf Voraussetzungen für Friedensgespräche

Darin nennen sie fünf Voraussetzungen für einen «gerechten und
dauerhaften Frieden»:

1. Ein Ende der Kampfhandlungen: Putin soll einer «sofortigen und
vollständigen Waffenruhe» zustimmen.
2. Die derzeitige Frontlinie soll zwar Ausgangspunkt für die
Verhandlungen sein. Die Ukraine und die Europäer pochen aber
gleichzeitig darauf, dass internationale Grenzen nicht mit Gewalt
verändert werden dürften. Knapp ein Fünftel des ukrainischen
Staatsgebiets ist derzeit unter russischer Kontrolle. Das Recht der
Ukraine, ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen und Bündnisse zu
wählen, müsse zudem «uneingeschränkt» geachtet werden.
3. Die Ukraine müsse «robuste und rechtsverbindliche»
Sicherheitsgarantien bekommen, sobald eine Waffenruhe in Kraft trete.
Dazu gehöre der
Einsatz einer multinationalen Truppe.
4. Die russischen Vermögenswerte würden so lange eingefroren
bleiben, bis Russland seinen Angriffskrieg beendet und die Ukraine
für die durch den Krieg verursachten Schäden abfindet. In der
Europäischen Union sind etwa 210 Milliarden Euro der russischen
Zentralbank festgesetzt.
5. Die europäischen Sicherheitsinteressen müssten in jedem Abkommen
gewahrt werden. Verhandlungsergebnissen, die EU und Nato betreffen,
müssten die Mitgliedstaaten zustimmen.

Weitere militärische Unterstützung zugesichert

Die Europäer sicherten Selenskyj auch weitere militärische
Unterstützung zu. Darüber solle bei den im Juni und Juli
stattfindenden Gipfeltreffen der G7 und der Nato sowie beim nächsten
Treffen der «Koalition der Willigen» gesprochen werden, in der sich
die Verbündeten der Ukraine zusammengeschlossen haben. 

Die Staats- und Regierungschefs betonten die dringende Notwendigkeit,
die Raketenabwehr und die Verfügbarkeit weitreichender Waffen zu
stärken. Sie erörterten zudem, «wie das Bündnis von der
Kampferfahrung der Ukraine lernen kann und wie die langfristige
industrielle Zusammenarbeit mit der Ukraine ausgebaut werden kann, um
die eigene Verteidigung Europas zu stärken».