BSW-Europaabgeordnete werben in Moskau für Friedensdialog

08.06.2026 14:14

Die Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskrieges sind in
der Sackgasse. Ein Frieden ist nicht in Sicht. Zwei
BSW-Europaabgeordnete wollen das bei Gesprächen in Moskau ändern.

Moskau (dpa) - Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich und Michael
von der Schulenburg haben in Moskau für einen Friedensdialog
unterhalb der Regierungsebene geworben. Weil die Bundesregierung
nicht in der Lage sei, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, brauche
es einen Dialog auf einer Ebene darunter, sagte von der Schulenburg
in einer Rede im Europa-Institut der Russischen Akademie der
Wissenschaften. 

Teilnehmen an dem Dialog sollten Russen und Deutsche mit politischem
Einfluss. Die Überlegungen dafür stünden am Anfang, Ergebnisse seien

abhängig auch von Gesprächen in Moskau. «Für uns ist wichtig, einen

Ausweg zu finden», sagte von der Schulenburg. 

Von der Schulenburg: Dialog muss öffentlich sein

Der Europaabgeordnete der von Sahra Wagenknecht gegründeten Partei
erklärte, dass solch eine Plattform in Deutschland organisiert werden
solle. «Der Dialog darf nicht geheim sein, er muss öffentlich sein»,

sagte von der Schulenburg. 

Beide Abgeordneten warnten vor einer weiteren Eskalation des Krieges.
Sie kritisierten zudem, die neue Militärstrategie der Bundesregierung
sehe Russland nur als Feind und sei auf Aufrüstung ausgerichtet,
beinhalte aber keine Schritte der Deeskalation.

Auch AfD-Abgeordnete waren in Moskau

Bei dem dreitägigen Besuch sind nach Angaben der Abgeordneten
Gespräche mit Vertretern des Präsidialamts, der Duma und der
Zivilgesellschaft geplant. Eingeladen habe das Europainstitut der
russischen Akademie der Wissenschaften. Begleitet werden sie von dem
Unternehmer Alexander von Bismarck, der enge Beziehungen zu Russland
hat.

Schon im vergangenen Mai waren die Politiker in die russische
Hauptstadt gereist, um an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des
Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa 1945 teilzunehmen. Firmenich
sagte, es sei wichtig wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

Zuletzt hatte die AfD wieder mit einer Russland-Reise von
Abgeordneten Schlagzeilen gemacht. Die Politiker reisten zum
Wirtschaftsforum nach St. Petersburg. Zudem reiste Altkanzler Gerhard
Schröder (SPD) nach Russland und traf den russischen Präsidenten
Wladimir Putin zu einem Vieraugengespräch.