EU: Sanktionen kosten Russland bis zu 1,5 Billionen Dollar
08.06.2026 16:37
Die Chefdiplomatin der EU beziffert die Kosten der westlichen
Sanktionen für Russland. Sorgen neue Pläne nun für noch mehr Druck?
Nikosia (dpa) - Westliche Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs haben
Russland nach Angaben der EU-Außenbeauftragten schätzungsweise
bereits 1,2 bis 1,5 Billionen Dollar (1,0 bis 1,3 Billionen Euro)
gekostet. «Die Zahlen sprechen Bände», sagte Kaja Kallas in einer
Pressekonferenz zum EU-Verteidigungsministertreffen in Nikosia. Stein
für Stein bringe man das Fundament von Russlands Kriegswirtschaft zum
Einsturz.
Zum Außenministertreffen am kommenden Montag liegen laut Kallas
Vorschläge für Sanktionen gegen mehr als 80 weitere Akteure auf dem
Tisch. Sie sollten den militärisch-industriellen Komplex in Russland,
aber auch Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen und
Propagandisten treffen, erklärte sie.
Zu der nicht erfolgten Einladung an die EU zu dem
Ukraine-Gipfeltreffen mit Deutschland, Großbritannien und Frankreich
am Sonntag in London sagte Kallas, Mitgliedstaaten hätten deutlich
gemacht, dass die Länder, die Russland besser kennen als alle
anderen, gehört werden müssten. Grundsätzlich brauche man
strategische Geduld, um Russland tatsächlich in eine Lage zu bringen,
in der es ernsthaft verhandeln würde. «Wir haben den Eindruck, dass
wir dort noch nicht sind», sagte sie. Auch deswegen brauche man
zusätzlichen Druck und weitere Sanktionen.
