Neuer Vorschlag: pauschal 250 Euro bei Flug-Verspätung
08.06.2026 17:26
Wie viel Entschädigung bekommen Fluggäste künftig bei
Flugverspätungen - und unter welchen Voraussetzungen? Politiker
ringen um eine Reform. Jetzt machen Deutschland und Frankreich einen
Vorschlag.
Luxemburg (dpa) - Deutschland und Frankreich haben nach
dpa-Informationen einen gemeinsamen Vorschlag in die festgefahrenen
Verhandlungen über eine Reform der EU-Fluggastrechte eingebracht. Sie
schlagen vor, dass Fluggäste bei Verspätungen und Absagen künftig
einheitlich ab drei Stunden eine Entschädigung in Höhe von 250 Euro
bekommen. Die Fluggesellschaften sollen ihnen zudem einen Link zu
einem Formular zur Verfügung stellen müssen, über das sie ihre
Ansprüche einreichen können.
Bisher richtet sich die Höhe der Entschädigung nach der Entfernung
des betroffenen Flugs. Bei Kurzstrecken bekommen Reisende 250 Euro,
bei längeren Strecken mehr Geld.
Staaten werben für ihren Kompromiss-Vorschlag
Die beiden Staaten werben in einem Schreiben, das der Deutschen
Presse-Agentur vorliegt, dafür, dass der Vorschlag einfach und klar
sei und sowohl ein hohes Niveau an Schutz für die Passagiere
garantiere als auch die finanzielle Last für Luftfahrtunternehmen
berücksichtige. Der Link auf das Erstattungsformular verbessere die
Transparenz, argumentieren sie.
Vertreter der 27 EU-Staaten und des Europäischen Parlaments
verhandeln über die Reform. Besonders umstritten sind laut
Verhandlungskreisen unter anderem die Regelungen für
Entschädigungen.
Diskutiert wird auch, wie es Passagieren erleichtert werden kann,
ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Abgeordneten hatten im Januar
gefordert, dass Fluggesellschaften betroffenen Reisenden
vorausgefüllte Formulare zur Verfügung stellen müssen. Bisher macht
nur ein Teil der Betroffenen die Rechte bei Verspätungen geltend.
Offene Fragen
Deutschland und Frankreich fordern ein ausgewogenes Abkommen, auch
unter Berücksichtigung anderer offener Fragen wie Gepäckvorgaben,
außergewöhnlichen Umständen, die Fluggesellschaften von der Pflicht
zur Erstattung befreien, den Auswirkungen, wenn Passagiere einen Flug
verfallen lassen und den Regeln für Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)
kritisierte den Vorschlag als unausgewogen und sieht «eine erhebliche
finanzielle Mehrbelastung für die Branche». Die Zeit für eine
Einigung drängt: Gibt es bis 15. Juni keine Einigung, scheitert die
Reform.
