Hunderte Migranten erreichen Kreta

10.06.2026 09:12

Knapp 550 Migranten sind in zwei Tagen südlich von Kreta aufgegriffen
oder gerettet worden. Viele hatten Schleppern hohe Summen für die
gefährliche Überfahrt gezahlt.

Athen (dpa) - Innerhalb von 48 Stunden hat die griechische
Küstenwache bei mehreren Einsätzen südlich von Kreta und der
vorgelagerten Insel Gavdos knapp 550 Migranten aufgegriffen oder aus
Seenot gerettet. Aus Kreisen der Behörde heißt es, dass derzeit
zahlreiche Boote von Libyen aus in Richtung Kreta unterwegs seien.

Den größten Einsatz gab es am Dienstag südlich von Kreta. 192
Menschen, darunter 42 Minderjährige, wurden aus einem Fischerboot
gerettet und an Land gebracht. Nach Angaben der Geretteten waren sie
von der libyschen Küste aufgebrochen und hatten für die Überfahrt
jeweils rund 3.000 US-Dollar an Schleuser gezahlt.

Die rund 300 Kilometer lange Route von Libyen nach Kreta wird von
Schlepperbanden immer stärker genutzt. Der griechische
Migrationsminister Thanos Plevris hatte erst vor wenigen Tagen
erklärt, dass in Libyen derzeit mehr als eine halbe Million Menschen
auf eine Gelegenheit zur Weiterreise nach Europa warten.

Derweil ratifizierte das griechische Parlament am Dienstagabend die
neuen Migrations- und Asylregeln der EU, wie das Parlamentspräsidium
in Athen mitteilte. Das Gesetz soll ab dem 12. Juni gelten und sieht
unter anderem geschlossene Aufnahmezentren in Drittstaaten vor. Man
sei mit zwei afrikanischen Staaten im Gespräch, sagte Plevris der
halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA.