EU-Kommission: Etat für 2027 im Zeichen von Verteidigung
10.06.2026 16:04
Aufrüstung, Wettbewerbsfähigkeit und Ukraine-Hilfe sind Prioritäten,
die sich nach Willen der EU-Kommission im Etat für 2027 zeigen
sollen. Das meiste Geld wird aber für andere Zwecke genutzt.
Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission will im kommenden Jahr mehr Geld
aus dem EU-Gemeinschaftshaushalt in Aufrüstung stecken. Mehr als drei
Milliarden Euro sollen nach Willen der Brüsseler Behörde im kommenden
Jahr für den Bereich Sicherheit und Verteidigung bereitgestellt
werden, wie aus ihrem Haushaltsvorschlag hervorgeht. Außerdem soll
die Wettbewerbsfähigkeit der Staatengemeinschaft im Fokus stehen:
Fast 22 Milliarden Euro sollen demnach in die Bereiche Binnenmarkt,
Innovation und Digitales fließen. Auch die Ukraine soll umfangreich
unterstützt werden.
Insgesamt soll das Budget für 2027 der Kommission zufolge rund 200
Milliarden Euro umfassen und auch die EU-Prioritäten wie Asyl- und
Migrationsmanagement, grüner und digitaler Wandel sowie
Widerstandsfähigkeit unterstützen. Zahlenmäßig soll das mit Abstand
meiste Geld in die Landwirtschaft (54 Milliarden Euro) und die
Förderung strukturschwacher Regionen innerhalb der EU (44 Milliarden
Euro) fließen.
Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen sich nun zu dem
Etatvorschlag positionieren und sich auf einen Haushalt verständigen.
Das diesjährige EU-Budget umfasst rund 190 Milliarden Euro.
Der Plan für 2027 ist der siebte und damit letzte im Rahmen des
sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den Zeitraum 2021
bis 2027. Der Gemeinschaftsetat umfasst rund 1,1 Billionen Euro.
Deutschland steuert als größter Nettozahler der Union fast ein
Viertel der Mittel bei, profitiert aber gleichzeitig stark vom
EU-Binnenmarkt. Derzeit wird in Brüssel über ein neues
Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 gerungen.
