EU und Südkorea planen Abkommen für Geheimdokumente

10.06.2026 17:20

Die EU und Südkorea liegen geografisch weit auseinander, die
Zusammenarbeit ist aber enger als zwischen vielen anderen Partnern.
Bei einem Gipfel wurden nun weitere Schritte vereinbart.

Brüssel (dpa) - Die EU und Südkorea wollen ihre Zusammenarbeit weiter
vertiefen und dazu auch ein Abkommen für den Austausch von
Geheimdokumenten abschließen. Das soll unter anderem die Kooperation
bei Sicherheits- und Verteidigungsthemen erleichtern. Wie beide
Seiten bei einem EU-Südkorea-Gipfel in Brüssel ankündigten, sind
zudem ein neuer Wirtschaftsdialog und eine enge Koordinierung in den
Bereichen Energie, Forschung und Innovation geplant.

Zur Erleichterung der Geschäftsbeziehungen wurde bei dem
Spitzentreffen ein Digitalhandelsabkommen unterzeichnet. Es regelt
unter anderem den Online-Verbraucherschutz sowie die Anerkennung der
Rechtsgültigkeit und Durchsetzbarkeit elektronischer Verträge.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei dem Gipfel
mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung, die Partnerschaft
zwischen der EU und Südkorea sei noch nie so wichtig gewesen. Man
arbeite gemeinsam daran, die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken
und Innovationen voranzutreiben. Dies bringe auch den Bürgerinnen und
Bürgern konkrete Vorteile.

EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas ergänzte, man möge geografisch weit
voneinander entfernt sein, aber die EU und Korea stünden vor
ähnlichen sicherheitspolitischen Herausforderungen. In einer Zeit, in
der die internationale Ordnung angegriffen werde und man durch
aggressive Nachbarn bedroht werde, wisse man, dass man in Südkorea
einen Freund habe. EU-Ratspräsident António Costa sagte: «Wir sind
vereint in unserem gemeinsamen Engagement für Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit und fairen Handel.»