Wie Wasserzeichen in der EU bald KI-Inhalte markieren sollen
10.06.2026 17:37
KI oder echtes Foto? Wer im Internet unterwegs ist, stolpert
regelmäßig über Inhalte die täuschend echt aussehen, es aber nicht
sind. Für mehr Klarheit soll das KI-Gesetz der EU sorgen.
Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat ChatGPT, Claude und anderen
Anbietern Künstlicher Intelligenz einen Praxisleitfaden für die bald
verpflichtende Kennzeichnung von KI-Inhalten gegeben. So sollen
Videos und Fotos den Vorschlägen nach etwa durch Etiketten in einer
Ecke des Bildausschnitts klar als «KI generiert» oder «KI
modifiziert» markiert werden, wie aus dem Dokument hervorgeht.
In Videos sollten die Kennzeichnungen demnach direkt zu Beginn
erscheinen, dort bleiben oder zumindest in regelmäßigen Abständen
wieder eingeblendet werden. Empfohlen werden auch interaktive
Elemente, etwa bei manipulierten Bildern. Hier könnte - zusätzlich zu
einer dauerhaften Markierung - auch eine Einblendung auftauchen, wenn
man etwa mit der Maus über ein von KI verfälschtes Gesicht fährt.
Auch Standards für KI-genierte Podcasts und Texte
Bei Audiodateien, etwa KI-generierten Podcasts, soll es gleich zu
Beginn einen entsprechenden Hinweis in gesprochener Sprache geben.
Für Texte sehen die Vorschläge KI-Etiketten beispielsweise über dem
Text oder nahe der Überschrift vor. Für KI-Inhalte, die als Satire
oder andere Formen von Kunst erstellt wurden, sollen solche Labels
demnach den Genuss des Werks nicht zu sehr beeinträchtigen, heißt es
in dem Verhaltenskodex der Brüsseler Behörde.
Die Leitlinien selbst sind nicht verbindlich, dürften für die
Europäische Kommission bei der Kontrolle der EU-Vorgaben aus dem
verbindlichen KI-Gesetz als Gradmesser dienen. Die neuen Regeln
treten grundsätzlich Anfang August in Kraft, sind besonders für die
großen Anbieter wegen einer zuletzt beschlossenen Verschiebung von
Teilbereichen des Gesetzes aber erst ab Dezember wirklich
verpflichtend.
