EU will Preissprünge beim Tanken und Heizen vermeiden

11.06.2026 08:20

Ab 2028 werden in das Handelssystem mit Treibhausgas-Zertifikaten der
EU auch Brennstoffe einbezogen. Damit das nicht in Preissprüngen
endet, fasst die EU Klimaschutzregeln an.

Brüssel (dpa) - Um Preissprünge beim Tanken und Heizen für
Verbraucher künftig zu vermeiden, will die EU in das
Treibhausgas-Handelssystem eingreifen und damit Klimaschutzregeln
anfassen. Konkret einigten sich Unterhändler von EU-Staaten und dem
Europaparlament darauf, eine Reserve für Emissionszertifikate länger
beizubehalten und bei starken Preissteigerungen mehr daraus auf den
Markt bringen zu können. Das teilten beide mit. Solche Zertifikate
müssen bestimmte Unternehmen für den Ausstoß klimaschädlicher Gase

wie Kohlendioxid (CO2) erwerben.

Zentrales Klimaschutzinstrument der EU

Das EU-Treibhausgashandelssystem (Emission Trading System, ETS) ist
ein wichtiges Klimaschutzinstrument der Europäischen Union. Es wurde
2005 eingerichtet, um Treibhausgasemissionen zu verringern. Das soll
besonders in energieintensiven Sektoren als Anreiz dienen,
Treibhausgase einzusparen. Ab 2028 werden auch Brennstoffe wie Benzin
und Erdgas in das EU-System einbezogen. Der Preis der Zertifikate
beeinflusst dann indirekt die Kosten für Heizöl, Erdgas, Diesel oder
Benzin. Bislang gilt das System vor allem für Stromerzeugung und
Industrie.

Nicht genutzte Zertifikate werden in der sogenannten
Marktstabilitätsreserve (MSR) gehalten. Wenn zu viele im Markt sind,
werden einige in die Reserve verschoben. Wenn zu wenige Zertifikate
da sind oder der Preis stark steigt, gibt die Reserve zusätzliche
Zertifikate frei.

Zertifikate länger als geplant gültig

Der Einigung zufolge sollen künftig mehr Zertifikate freigegeben
werden, sobald der Preis über 45 Euro pro Tonne CO2 steigt.
Ursprünglich war zudem geplant, die Reserve nicht dauerhaft zu
erhalten, Zertifikate sollten Ende 2030 verfallen. Nun soll sie auch
danach noch erhalten bleiben, um Preisschwankungen zu vermeiden. 

In Deutschland gilt neben dem EU-System für Industrie und Strom
bereits der nationale Emissionshandel für alle Gebäude und Verkehr.
Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese sagte, der Start des
europäischen Systems auch für Verkehr und Gebäude habe in Deutschland

zunächst eine dämpfende Wirkung auf den CO2-Preis.