EZB erwartet wegen Krieg mehr Inflation und weniger Wachstum

11.06.2026 14:29

Die Kämpfe im Nahen Osten belasten Unternehmen und Verbraucher. Die
Europäische Zentralbank ist weniger zuversichtlich für die Wirtschaft
im Euroraum.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet
wegen des Iran-Kriegs mit mehr Inflation und weniger
Wirtschaftswachstum im Euroraum. Im wahrscheinlichsten Szenario
erwartet die Notenbank für dieses Jahr eine Teuerungsrate von
durchschnittlich 3,0 Prozent. 

Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von
2,0 Prozent, bei der die EZB ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht: Für
einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu
erhalten. 

Noch im Dezember war die EZB für 2026 von einer Inflationsrate von
1,9 Prozent ausgegangen. Doch schon im März korrigierte die Notenbank
dies auf 2,6 Prozent nach oben, weil der Krieg im Nahen Osten die
Energiepreise nach oben trieb.

Auch im Jahr 2027 erwartet die EZB nun mit 2,3 Prozent eine
Inflationsrate über ihrem Mittelfristziel. Die Marke von 2,0 Prozent
wird nach jüngster Prognose der EZB erst 2028 punktgenau erreicht.

Weniger Wirtschaftswachstum

Die Aussichten für die Wirtschaft im Euroraum trüben sich zugleich
ein. Die EZB erwartet im laufenden Jahr nur noch 0,8 Prozent
Wachstum, 2027 dann 1,2 Prozent. Damit senkte die Notenbank ihre
Prognose wegen der Kriegsfolgen und höherer Energiepreise erneut.
Noch im März hatte sie für 2026 ein Wirtschaftswachstum von
0,9 Prozent erwartet und ein Plus von 1,3 Prozent für 2027.

Die Wirtschaft im Währungsraum bekommt den Ölpreisschock und die
gestiegene Unsicherheit wegen der Kämpfe im Nahen Osten zu spüren. Im
ersten Quartal schrumpfte sie leicht.