EU-Kommission will Landwirten mehr Vorschüsse für Dünger ermögliche n
12.06.2026 13:56
Landwirte brauchen für die Wintersaat Dünger. Die EU-Staaten sollen
ihnen einem Vorschlag zufolge flexibler Vorschüsse zahlen können.
Auch für 2027 soll es Anpassungen geben können.
Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission will, dass Landwirten
wegen gestiegener Düngemittelkosten mehr EU-Geld vorgestreckt wird.
Die Brüsseler Behörde schlägt vor, dass Mitgliedstaaten ihnen in
diesem Jahr früher einen höheren Vorschuss zahlen können. Die
EU-Staaten sollen zudem Pläne für Direktzahlungen im kommenden Jahr
anpassen können.
Bestimmte nicht abgerufene Gelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP) der EU sollen dem Vorschlag zufolge darüber hinaus schnell zur
Unterstützung in der Krise eingesetzt werden können. Damit Änderungen
in Kraft treten, müssen das Europäische Parlament und die
Mitgliedstaaten zustimmen.
Theoretisch bis zu 1,5 Milliarden Euro denkbar
Die Kommission hatte diese Woche bereits vorgeschlagen, gut 500
Millionen Euro einzusetzen, um Landwirte beim Kauf von Düngemitteln
zu unterstützen. Die Mitgliedstaaten könnten die Summe nach Angaben
der EU-Kommission um bis zu 200 Prozent aus nationalen Mitteln
aufstocken. So könnten theoretisch bis zu 1,5 Milliarden Euro
zusammenkommen.
Die EU-Kommission hatte im Mai ein Unterstützungspaket für betroffene
Landwirte angekündigt und einen mittelfristigen Plan zur
Düngemittel-Versorgung vorgelegt. Insbesondere der Preis für
Stickstoffdünger ist stark von Erdgas abhängig und angesichts des
Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung der Straße von Hormus
gestiegen.
Zölle ausgesetzt
Damit Landwirte günstiger an bestimmte importierte Düngemittel
kommen, wurden zudem bereits bis Ende Mai 2027 die Standardzölle auf
Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte
für deren Herstellung ausgesetzt. Nach Angaben der Europäischen
Kommission können mit der Maßnahme rund 60 Millionen Euro an
Einfuhrzöllen gespart werden.
