EU-Förderbank baut Verteidigungsinvestitionen weiter aus

12.06.2026 14:04

Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert an, auch insgesamt bleibt
die geopolitische Lage angespannt. Die Chefin der Europäischen
Investitionsbank sagt klar an, was das für die Bank bedeutet.

Luxemburg (dpa) - Die Europäische Investitionsbank (EIB) sieht sich
auf einem guten Weg für den Ausbau von Förderungen europäischer
Sicherheits- und Verteidigungsprojekte. «In diesem Jahr sind wir auf
Kurs, unser Ziel zu erreichen - und möglicherweise sogar zu
übertreffen», sagte EIB-Präsidentin Nadia Calviño der dpa und ander
en
Mitgliedern des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr)
in Luxemburg. 

Die Förderbank der EU will fünf Prozent aller Finanzierungen
innerhalb der Staatengemeinschaft für den Bereich bereitstellen. Das
entspricht nach Angaben der EIB rund 4,5 Milliarden Euro.

«Es ist klar, dass wir in Europa mehr Investitionen in Sicherheit und
Verteidigung benötigen», sagte Calviño. «Für die kommenden Jahre

gilt: Wir sind bereit, noch mehr zu tun, um Europas Sicherheits- und
Verteidigungsfähigkeiten zu finanzieren», ergänzte die Spanierin.

Schon 2025 Investitionen erheblich ausgebaut

Als Reaktion auf die geopolitische Lage steckte die nach eigenen
Angaben weltgrößte Förderbank im vergangenen Jahr mit mehr als vier
Milliarden Euro viermal mehr Geld in Sicherheit und Verteidigung als
zuvor. Das waren fast 5 Prozent aller Finanzierungen der EIB-Gruppe
in der EU.

«Der politische Kurswechsel im Bereich Sicherheit und Verteidigung
war für die EIB-Gruppe ein echter Wendepunkt», sagte Calviño.
«Innerhalb von nur wenigen Jahren haben wir die Förderfähigkeit auch

auf rein militärische Projekte ausgeweitet und unterstützen
Unternehmen sowie Investmentfonds, die in allen Bereichen der
Sicherheit und Verteidigung tätig sind.» 

Finanzierungsregeln gelockert

Die Bank lockerte seit 2024 ihre Finanzierungsregeln und kann
inzwischen auch militärische Ausrüstung, Infrastruktur,
Dienstleistungen und Technologie finanzieren. Waffen und Munition
bleiben ausgeschlossen.

Die EIB mit Sitz in Luxemburg ist als EU-Institution für langfristige
Finanzierungen zuständig. Die Eigentümer sind die Mitgliedstaaten.
Die Bank soll grundsätzlich Investitionen finanzieren, die zum
Erreichen der politischen Ziele der EU beitragen.