EU-Staaten wollen CO2-Zoll auf mehr Produkte

12.06.2026 16:10

Ein CO2-Zoll soll in der EU Unternehmen vor Importen aus Ländern mit
schwächeren Klimaschutzregeln schützen. Er soll künftig für mehr
Produkte fällig werden - auch für Waschmaschinen.

Luxemburg (dpa) - Die EU-Staaten haben sich auf eine Ausweitung des
CO2-Zolls auf Waschmaschinen und andere weiterverarbeitete Waren
geeinigt. Die Liste der betroffenen Produkte soll jährlich überprüft

werden, wie aus einer Verständigung der EU-Finanzminister bei einem
Treffen in Luxemburg hervorgeht. Betroffen sind Produkte mit einem
hohen Anteil an Eisen, Stahl oder Aluminium - vor allem
Industriegüter. Aber auch einige Haushaltsprodukte sollen nach dem
Willen der Länder einbezogen werden.

Grundlage der Verständigung war ein Vorschlag der EU-Kommission.
Bevor Änderungen in Kraft treten, muss eine Einigung mit dem
Europäischen Parlament gefunden werden. 

Importeure müssen seit dem 1. Januar einen CO2-Preis für Emissionen
zahlen, die bei der Produktion bestimmter Waren entstehen. Dieser
sogenannte CO2-Grenzausgleichsmechanismus mit dem Namen CBAM soll
verhindern, dass günstige, aber klimaschädlich hergestellte Produkte
auf dem europäischen Markt klimafreundliche und dadurch teurere
Konkurrenz verdrängen. Wenn Stahl etwa in China klimaschädlicher
hergestellt wird als in der EU, wird dieser Unterschied preislich
ausgeglichen.

Bislang werden nur Grundmaterialien wie Stahl, Aluminium, Zement,
Dünger, Wasserstoff und Elektrizität erfasst. Das soll sich nach dem
Vorschlag der Europäischen Kommission künftig ändern - um eine
Abwanderung ins Ausland sowie eine Förderung klimaschädlicher
Produktion im Ausland zu verhindern. Zudem sollen Schlupflöcher in
der Regulierung geschlossen werden.