Selenskyj: EU-Beitrittsverhandlungen haben Signalwirkung

15.06.2026 21:46

Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und der
Republik Moldau gestartet. In Kiew ist die Euphorie groß. Präsident
Selenskyj verkündet noch eine weitere diplomatische Initiative.

Chisinau (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat
den Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU gelobt. «Die Eröffnung
des ersten Clusters in den EU-Beitrittsverhandlungen Moldaus und der
Ukraine senden das klare Signal, dass Europas Fortschritt nicht
gestoppt werden kann», sagte Selenskyj in einem auf seinen sozialen
Netzwerken verbreiteten Video. Beide Länder hätten hart daraufhin
gearbeitet, kooperierten miteinander und würden den Beitritt am Ende
auch gemeinsam schaffen, sagte der Ukrainer bei einem Zwischenstopp
in der moldauischen Hauptstadt Chisinau kurz vor seinem Abflug zum
G7-Gipfel.

Nach Darstellung Selenskyjs ist die Beschleunigung der
Beitrittsgespräche auch die passende Antwort der Europäer auf den
seit mehr als vier Jahre währenden russischen Angriffskrieg gegen
sein Land. «Das ist die politische Entscheidung, die Europa heute
braucht.»

Zugleich kündigte Selenskyj eine neue diplomatische Initiative zur
Erreichung eines Friedens an. Den Vorschlag, sich beim G7-Gipfel in
Frankreich zu treffen, um über ein Ende des Kriegs zu reden, habe
Kremlchef Wladimir Putin ignoriert, sagte er. Daher habe er -
Selenskyj - mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, ein
solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen
solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer
fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. «Wir werden sehen, was
dabei herauskommt.» Sollte Russland auch diese Offerte ablehnen, sei
weiterer Druck auf Moskau nötig, forderte der ukrainische Staatschef.