Chef von Capri-Sun zu Strohhalmpetition: «schlecht gemacht»
16.06.2026 07:29
Das Unternehmen kämpft seit 2024 für eine Rückkehr zum
Plastikstrohhalm. Eine Petition dafür ist gescheitert. Was der
Präsident des Verwaltungsrates dazu sagt.
Eppelheim (dpa) - Nach der gescheiterten Petition von Capri-Sun für
eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm hat der langjährige
Unternehmenschef Kritik geübt - das Ziel der Aktion aber verteidigt.
«Die Petition war schlecht gemacht und falsch - das nur nebenbei»,
sagte Hans-Peter Wild, Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun
Group Holding AG, der «Rhein-Neckar-Zeitung». «Aber in der Sache
macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.»
Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024
um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm mit einer entsprechenden
Genehmigung der Europäischen Union (EU). Umwelt- und
Verbraucherschützer kritisieren die Pläne. Wegen eines Verbots der EU
von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021
Papierstrohhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.
Verbraucher kritisieren laut Unternehmen Papierstrohhalm
Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der
Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und
führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den
Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.
«Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar», sagte Wild in
dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. «90 Prozent der
Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.»
Besser wäre es daher, wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun
bleibe und der Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne.
Umweltschützer kritisieren Bemühungen des Unternehmens
Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem
gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff
Polypropylen. Capri-Sun wollte dazu mit einer Online-Petition eine
Million Unterschriften sammeln, kam aber nur auf weniger als
170.000.
Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des
Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe
vor kurzem: «Der anhaltende Kampf von Capri Sun für
Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar
und ein Armutszeugnis.» Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für
den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der
Umwelt.
