EU-Abgeordnete stimmen Umsetzung des US-Zolldeals zu

16.06.2026 12:51

Die Handelsvereinbarung soll Verlässlichkeit bringen. US-Präsident
Trump pocht auf eine baldige Umsetzung. Das Europäische Parlament
spricht sich dafür aus - aber nicht um jeden Preis.

Straßburg (dpa) - Das Europaparlament hat die vollständige Umsetzung
des umstrittenen Zollabkommens mit den USA gebilligt. Die
Abgeordneten stimmten in Straßburg mit breiter Mehrheit dafür, Zölle

auf US-Industriegüter abzuschaffen und US-Meeresfrüchten sowie
Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewähren. Allerdings
unter Vorbehalt: Unter anderem ist vorgesehen, dass die
EU-Zollzugeständnisse bei Verstößen der USA gegen Absprachen wieder
ausgesetzt werden können. Dies könnten etwa erneute Zollerhöhungen
sein. 

Zudem sollen die USA bis Jahresende Zölle auf Waschmaschinen und
andere Produkte mit Stahlanteil auf höchstens 15 Prozent reduzieren.
Wenn dies nicht geschieht, will die EU ebenfalls solche Zölle prüfen.
Darüber hinaus soll unter anderem ein festes Ablaufdatum festgelegt
werden. 

Abkommen wehrte Handelskrieg ab

Die Regelungen entsprechen einer Einigung, die Vertreter des
Parlaments und der Mitgliedstaaten im Mai getroffen hatten. Die
EU-Kommission hatte sich im vergangenen Sommer auf den Zolldeal
eingelassen, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. 

Gleichzeitig musste die Europäische Union aber US-Zölle in Höhe von
bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten
Staaten akzeptieren und weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung
von EU-Zöllen auf US-Industriegüter machen. 

US-Präsident Donald Trump setzte der EU vor ein paar Wochen eine
Frist für die Umsetzung der Handelsvereinbarung. Sollte die EU nicht
bis zum US-Nationalfeiertag am 4. Juli ihren Teil des Abkommens
erfüllen, würden die Zölle «leider sofort auf ein viel höheres Ni
veau
steigen», teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. 

Auf EU-Seite ist nach der Zustimmung des Parlaments auch die
Bestätigung durch den Ministerrat nötig. Der Einigung zwischen
Abgeordneten und EU-Staaten zufolge sollen die Regelungen spätestens
zum 4. Juli in Kraft treten. 

Wichtige Handelspartner

Die EU und die Vereinigten Staaten unterhalten umfassende bilaterale
Handels- und Investitionsbeziehungen. EU-Zahlen zufolge geht es um
fast 30 Prozent des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen
und um 43 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.