Wettbewerbsdruck: EU-Gipfel ringt um Kurs zu China

17.06.2026 17:39

China exportiert günstig, kauft wenig ein und setzt Europas Industrie
unter Druck. Was tun? Kanzler Merz und die anderen EU-Staats- und
Regierungschefs diskutieren.

Brüssel (dpa) - Einen Tag nach dem G7-Gipfel kommt Bundeskanzler
Friedrich Merz an diesem Donnerstagabend (18.00 Uhr) mit Staats- und
Regierungschefs der anderen EU-Staaten zusammen. Bei dem
Gipfeltreffen in Brüssel wollen die Spitzenpolitiker unter anderem
über globale wirtschaftliche Herausforderungen beraten - insbesondere
darüber, wie man China begegnet. 

Mit staatlicher Förderung exportiert das Land viel, kauft wenig ein
und erzielt Rekordüberschüsse. Die so oftmals billigere chinesische
Konkurrenz setzt Europas Industrie zu. Unter den EU-Staaten besteht
weitgehende Einigkeit darüber, dass diese aktuelle wirtschaftliche
Schieflage gegenüber China langfristig problematisch ist.

Selenskyj als Gast dabei 

Darüber hinaus stehen Gespräche zur weiteren Unterstützung der
Ukraine, zur Situation im Nahen und Mittleren Osten sowie zum neuen
langfristigen EU-Haushalt auf der Agenda des zweitägigen Treffens. 

Am Donnerstag empfangen die EU-Spitzen zunächst den ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es ist Selenskyjs erster Besuch in
der belgischen Hauptstadt, seit sein bekanntester Gegner innerhalb
der EU, der ehemalige ungarische Regierungschef Viktor Orban, im
April aus dem Amt gewählt wurde. Seitdem hat Ungarns neue Regierung
von Peter Magyar mehrere Vetos gegen EU-Initiativen zur Unterstützung
der Ukraine aufgehoben - so konnten formelle Beitrittsverhandlungen
aufgenommen sowie ein Hilfskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro
verabschiedet werden.