EU-Parlament stimmt zu: Auto-Teile wiederverwertbar machen
18.06.2026 15:43
In kaputten Autos stecken noch viele wertvolle Bestandteile. Sie
sollen weiter genutzt werden - und weniger Fahrzeuge einfach
«verschwinden».
Straßburg (dpa) - Neue Fahrzeuge sollen aus Sicht des EU-Parlaments
künftig so konstruiert sein, dass möglichst viele Teile leicht
ausgebaut werden können. So sollen möglichst viele Bestandteile
wiederverwendet oder verwertet werden können, wie das Parlament
mitteilte. Eine breite Mehrheit von 437 Abgeordneten stimmte in
Straßburg für die Verordnung, bei 112 Gegenstimmen und 20
Enthaltungen.
Vertreter des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich im
Dezember auf die neuen Regeln verständigt. Sie müssen nun auch noch
von den Mitgliedstaaten bestätigt werden, bevor sie zwei Jahre später
in Kraft treten.
Seltene Erden wiederverwenden
Die Vorgaben sollen dazu führen, dass etwa Aluminium, Kupfer und
seltene Erden verstärkt recycelt und wiederverwendet werden können.
Sie werden teils aufwendig und unter hohem Energieeinsatz abgebaut
beziehungsweise aufbereitet. Europa soll so unabhängiger von
Einfuhren werden und die Autoindustrie umweltfreundlicher.
Künftig muss auch ein bestimmter Anteil des Kunststoffs in neuen
Fahrzeugtypen aus Materialien bestehen, die aus solchen Altfahrzeugen
und gebrauchten Autoteilen gewonnen werden.
In der Europäischen Union sind nach Angaben der EU-Kommission rund
286 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Jedes Jahr erreichen demnach
rund 6,5 Millionen Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer. Bei bis zu 4
Millionen Fahrzeugen pro Jahr erfahren die Behörden demnach nicht,
was nach der Abmeldung mit ihnen geschieht - also ob sie etwa
verschrottet oder exportiert werden.
Hersteller werden für Kosten zuständig
Hersteller sind laut Parlament künftig auch für die Kosten der
Sammlung und Entsorgung von Altfahrzeugen innerhalb der Europäischen
Union verantwortlich. Diese Pflicht beginnt drei Jahre nach
Inkrafttreten der neuen Regeln, also voraussichtlich im Jahr 2031.
Altfahrzeuge sind laut EU-Kommission grundsätzlich nicht reparierbare
Fahrzeuge ohne historischen Wert.
Autos, die für nicht mehr verkehrstauglich erklärt wurden, dürfen
nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren zudem nicht mehr exportiert
werden.
Europaabgeordneter Jens Gieseke (CDU) begrüßte den Beschluss:
«Wertvolle Rohstoffe bleiben im Wirtschaftskreislauf erhalten, die
Abhängigkeit von teuren Importen aus Drittstaaten sinkt und Europa
wird widerstandsfähiger gegenüber globalen Krisen. Das ist gut für
unsere Umwelt, unsere Unternehmen und für Europa insgesamt.»
