Apartheid-Vergleich? Kallas verweist auf öffentliche Aussagen
18.06.2026 19:21
Die EU-Außenbeauftragte hat laut Medien Israel mit einem
Apartheid-System verglichen. Israels Außenminister will eine klare
Aussage. Die kommt aber erstmal nicht.
Brüssel (dpa) - EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat ihre laut Medien
bei einem Termin gefallenen Aussagen zu Israel und einem
Apartheid-System öffentlich weder bestätigt noch dementiert. Auf
Journalistenfragen dazu verwies sie auf ihre öffentlichen Statements
und die bekannte Position der EU. «Zum Beispiel haben wir uns sehr
kritisch zu den gewalttätigen Siedlern und der Ausweitung der
Siedlungen im Westjordanland geäußert», sagte Kallas vor einem
Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten in
Brüssel.
Das Portal «Euractiv» hatte berichtet, Kallas habe im vergangenen
Monat während eines Besuchs in Mexiko Israel wegen des Umgangs des
Landes mit den Palästinensern mit einem Apartheid-System verglichen.
Darauf brach Israel den Kontakt zu Kallas ab. Israels Außenminister
Gideon Saar schrieb später an Kallas gerichtet auf der Plattform X,
sie solle entweder zu den «abscheulichen und verleumderischen
Aussagen» stehen oder sie zurückweisen. «Meines Wissens spiegeln die
Ihnen zugeschriebenen Aussagen zum Thema «Apartheid» nicht die
Position der Europäischen Union wider», schrieb Saar.
«Offene und ehrliche» Gespräche
Nach Saars Ankündigung, den Kontakt zu ihr abzubrechen, sagte Kallas
in Brüssel später weiter: «Ich habe sehr gute, offene und ehrliche,
mitunter aber auch schwierige Gespräche mit Minister Saar geführt,
die ich als äußerst konstruktiv empfunden habe. Wir sind daher
selbstverständlich bereit, diesen Weg fortzusetzen, können aber auch
die Kritik nicht ignorieren, und diese Gespräche müssen offen geführt
werden.»
Die EU unterstütze die Zwei-Staaten-Lösung, wolle, dass humanitäre
Hilfe nach Gaza gelange und verurteile die «gewalttätigen Siedler im
Westjordanland, weil dies die Zwei-Staaten-Lösung unmöglich mache».
Dies sei die Position der EU. «Ich werde mich nicht dazu äußern, was
hinter verschlossenen Türen gesagt oder nicht gesagt wurde, denn wir
haben ja schon so viele solcher Fälle gesehen. Ich werde jede Woche
dagegen ankämpfen. Irgendjemand behauptet, ich hätte irgendwo etwas
gesagt. Bleiben wir also bei meinen Aussagen», sagte Kallas.
