Lawrow sieht in EU keinen geeigneten Verhandlungspartner
19.06.2026 04:02
EU-Ratspräsident Costa lässt sein Büro Kontakt für mögliche
Verhandlungen mit Russland aufnehmen. Der russische Außenminister
allerdings hält die Europäische Union dafür für ungeeignet.
Moskau (dpa) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in der
Europäischen Union keinen geeigneten Verhandlungspartner, um ein Ende
des Ukraine-Kriegs zu erreichen. Das eigentliche Ziel der
europäischen Politiker sei nicht, mit Russland zu verhandeln, sondern
die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu
retten und das Nachbarland als Ausgangspunkt für eine fortgesetzte
Konfrontation mit Russland zu erhalten, schrieb Lawrow in einem vom
russischen Außenministerium im Internet veröffentlichten Artikel.
Zuvor hatte ein EU-Beamter bestätigt, dass das Büro von
EU-Ratspräsident António Costa Kontakt mit Russland aufgenommen habe
für mögliche Verhandlungen über das Ende des Ukraine-Krieges. Es
seien jedoch keine inhaltlichen Gespräche geführt worden. Mit seiner
unabgesprochenen Kontaktaufnahme zu Russland sorgte Costa bei
EU-Staats- und Regierungschefs für Verärgerung.
Lawrow warf in dem Beitrag EU-Politikern vor, ihr Engagement diene
nur als Vorwand für eine Expansion des Westens, insbesondere der Nato
und der EU, in Richtung der russischen Grenzen. Europa sei an einer
Niederlage Moskaus in dem Krieg interessiert, könne nicht als
unparteiischer Beobachter betrachtet werden und schreibe Russland
«aggressive Pläne» zu. Das sei keine Grundlage für umfassende
Gespräche. Lawrow warnte zudem vor möglichen gegenseitigen
Atomschlägen mit katastrophalen Folgen bei einer direkten
Konfrontation zwischen Russland und der Nato.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine von
Russlands Staatschef Wladimir Putin befohlene Invasion.
