Briten brauchen neuen Premierminister: So geht es weiter
22.06.2026 16:20
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt
angekündigt. Ein Nachfolger steht bereit. Noch sind aber viele
Details und Formalien offen.
London (dpa) - Nach der Rücktrittsankündigung des britischen
Premierministers Keir Starmer braucht Großbritannien einen Nachfolger
oder eine Nachfolgerin. Zwar steht in dem früheren Bürgermeister von
Greater Manchester, Andy Burnham, bereits ein Kandidat bereit - noch
sind aber mehrere Details zu klären. So geht es in Westminster
weiter:
* Laut Starmer soll die Nominierungsphase für den Vorsitz der
Labour-Partei am 9. Juli beginnen und bis zur Sommerpause des
Parlamentes am 16. Juli abgeschlossen sein.
* Bewerberinnen und Bewerber für die vakante Position des
Parteivorsitzes benötigen die Unterstützung von 20 Prozent der
Labour-Abgeordneten (81 Parlamentsmitglieder) sowie die Nominierung
aus einzelnen Ortsverbänden und angeschlossenen Gewerkschaften, um
antreten zu können.
* Sollte Burnham der einzige Kandidat bleiben, würde er ohne
Urabstimmung der Labour-Mitglieder zum Vorsitzenden erklärt. Formal
könnte er von König Charles III. dann auch schnell zum
Premierminister ernannt werden - der Nachrichtenagentur PA zufolge
bereits am 17. oder 18. Juli.
* Sollte es weitere Bewerbungen geben, die die Voraussetzungen
erfüllen, gäbe es eine Abstimmung unter den Labour-Mitgliedern. Der
gesamte Prozess soll bis zum Ende der Sommerpause am 1. September
abgeschlossen sein.
* König Charles III. wird in beiden Fällen die neue Parteichefin
oder den neuen Parteichef formell mit der Regierungsbildung
beauftragen. Wer auch immer es wird - der Monarch nimmt diese Aufgabe
nach Liz Truss, Rishi Sunak und Starmer zum vierten Mal in seiner
Regentschaft wahr.
* In die Zeit des Umbruchs fallen wichtige internationale Termine:
Beim Nato-Gipfel am 7. Juli wird britischen Medien zufolge noch
Starmer als Vertreter Großbritanniens erwartet. Auch das für diesen
Mittwoch geplante Treffen in Berlin von Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, Polen und Italien als Teil der Vorbereitung wird
nicht infrage gestellt. Das ursprünglich für den 22. Juli geplante
britisch-europäische Gipfeltreffen in Brüssel wurde indes wegen der
Lage in London verschoben.
