Sachsen kämpft um Mitsprache bei EU-Förderprogramm

24.06.2026 11:19

Mehr als 1.700 Anträge zeigen: Das Interesse an EU-Fördermitteln für

Sachsens ländliche Regionen bleibt groß. Doch auf europäischer Ebene

stehen Änderungen zur Debatte.

Dresden (dpa/sn) - Sachsen möchte das Leben auf dem Lande verbessern
und setzt dabei auch künftig auf die Förderung der Europäischen
Union. In einer Fachregierungserklärung warnte
Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) vor einem Nachlassen
der Anstrengungen. Wer den ländlichen Raum vernachlässige, der
schwäche Sachsen als Ganzes, sagte sie im sächsischen Landtag. Die
Antwort sei nicht «mehr Vorgaben aus Dresden», sondern Vertrauen in
die Menschen vor Ort und ihre Handlungskompetenz. 

Interesse an EU-Förderung ist ungebrochen

«Die Verantwortung übernehmen die Menschen gerne selbst. Denn
Entscheidungen gehören dorthin, wo die Herausforderungen entstehen»,
betonte Kraushaar. Herzstück dieses Ansatzes sei das europäische
Leader-Programm. In der Förderperiode 2014-2022 habe man so mehr als
1,1 Milliarden Euro für über 7.000 Projekte mobilisieren können.
«Leader fördert keine Projekte auf Zeit, sondern Strukturen, die
bleiben - Arztpraxen, Dorfläden, Feuerwehrhäuser.» Das Interesse sei

groß, es lägen bereits wieder 1.700 Anträge vor.

Kritik an Plänen zur Zentralisierung der Förderung

Kraushaar zufolge ist aber damit zu rechnen, dass dieses
Erfolgsmodell nicht unverrückbar feststeht. «Auf europäischer Ebene
wird derzeit über die künftige Architektur der Förderpolitik
entschieden. Und dabei gibt es Vorschläge, die dieses Modell infrage
stellen. Man mag es eigentlich nicht glauben: Tatsächlich zielen
diese Vorschläge auf weniger Verantwortung vor Ort und mehr zentrale
Steuerung.» Das sei der falsche Weg. Deshalb setze sich die
sächsische Regierung mit Nachdruck dafür ein, dass Leader auch
künftig stark bleibe. 

«Entwicklung im ländlichen Raum gelingt nicht am Reißbrett. Sie
gelingt dort, wo Menschen ihre Region kennen und Verantwortung
übernehmen», hob Kraushaar hervor. Für den Herbst kündigte sie eine

neue Fachstrategie «Ländliche Entwicklung» an - als Fahrplan für da
s
nächste Jahrzehnt.