Deutschland fordert mehr Regeln für Fast Fashion Firmen

25.06.2026 17:36

Onlinehändler wir Temu, Shein und Co produzieren Tonnen von
Wegwerfkleidung zu billigen Preisen. Das belastet die Umwelt.
Deutschland fordert strengere Maßnahmen.

Brüssel (dpa) - Deutschland geht in der EU gegen Fast Fashion vor.
«Wir sehen, dass das zu einer riesengroßen Belastung der Umwelt
wird», sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Rande eines
Treffens der Umweltminister der EU-Staaten in Luxemburg. Bei dem
Treffen forderte Berlin gemeinsam mit Paris und Den Haag die
Europäische Kommission dazu auf, stärker gegen Billigkleidung
vorzugehen.

Fast Fashion bezeichnet Kleidung, die kurzlebigen Trends folgt und
häufig von so schlechter Qualität ist, dass sie nur wenige Male
getragen werden kann. «Der Ressourcenverbrauch ist enorm», so
Flasbarth. «Letztendlich werden diese Textilien für den Mülleimer
produziert, und das wollen wir einhegen.»

Hersteller in die Pflicht nehmen

Um des Problems Herr zu werden, sollen die Hersteller dem Vorstoß der
Länder zufolge in die Pflicht genommen werden: «Diejenigen, die
absehbar zunehmende Müllmengen produzieren, müssen auch an der
Beseitigung und an den Kosten beteiligt werden», sagte Flasbarth.
Zudem setzten sich Deutschland, Frankreich und die Niederlande für
höhere Anforderungen an die Produkte ein, darunter längere
Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit. 

Verband warnt: zusätzliche Belastung für heimische Unternehmen

Kritik an der Initiative kommt vom Gesamtverband der deutschen
Textil- und Modeindustrie. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des
Verbandes, befürchtet: «Die heimische Industrie wird weiter an
Wettbewerbsfähigkeit verlieren, während die Billigimporte munter
weiter gehen, weil sie in dieser schieren Masse einfach nicht
kontrollierbar sind.» Vor allem die vorgeschlagenen zusätzlichen
Vorgaben stellten eine zusätzliche bürokratische Herausforderung für

hiesige Unternehmen dar. Stattdessen fordert der Verband, bestehende
Regeln konsequenter durchzusetzen. 

Einige Maßnahmen, um die Flut von Billigwaren einzudämmen, hatte die
EU bereits beschlossen: Etwa zusätzliche Gebühren bei der Einfuhr von
außerhalb der EU, und ein Verbot für große Unternehmen, bestimmte
unverkaufte Produkte zu vernichten.