EU-Länder wollen Europas Stromnetze stärken

26.06.2026 13:13

«Die Stromnetze bilden das Betriebssystem der Energiewende», sagt
Energieministerin Reiche. Die EU-Länder einigen sich darauf, sie zu
stärken - dafür braucht es riesige Summen.

Brüssel (dpa) - Deutschland und die anderen EU-Länder wollen Europas
Stromnetze besser verbinden und schneller ausbauen. Darauf
verständigten sich Energieministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre
EU-Amtskolleginnen und -kollegen bei einem Treffen in Luxemburg.
Unter anderem sollen Genehmigungen schneller erteilt werden. «Unsere
Stromnetze sind nicht mehr nur eine Unterstützungsinfrastruktur. Die
Stromnetze bilden das Betriebssystem der Energiewende», sagte Reiche
am Rande des Treffens. «Wir müssen sie schnell ausbauen.»

Ziel ist unter anderem auch, dass langfristig etwa mehr günstiger
Wind- und Solarstrom dort ankommen soll, wo er gebraucht wird - und
so Preisschwankungen und regionale Preisunterschiede verringert
werden. Außerdem soll das Energiesystem nach Willen der EU-Länder
widerstandsfähiger und besser gegen physische sowie Cyber-Angriffe
abgesichert werden.

Europas Stromnetze seien grundsätzlich das größte Hindernis für die

EU, die Energiepreise zu senken, zu dekarbonisieren und unabhängiger
zu werden, sagte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen. Es werde viel
Energie erzeugt, die darauf warte, ans Netz zu gehen - aber die Netze
seien noch nicht so weit, wie sie sein sollten. Ein bekanntes Problem
ist etwa, dass in Dänemark erzeugter Strom oft nicht ideal in die
deutschen Netze eingespeist werden kann, weil diese nicht ausreichend
Kapazität hätten. 

Grundlage der Verständigung der EU-Staaten war ein Vorschlag der
Europäischen Kommission von Dezember. Die Brüsseler Behörde schätzt

den Investitionsbedarf für die Stromnetze bis 2040 auf mehr als eine
Billion Euro. Die Länder müssen nun noch mit dem Europaparlament
diskutieren.