EU zu Trumps Zolldrohung: EU würde «entschlossen reagieren»

26.06.2026 21:10

US-Präsident Trump droht europäischen Ländern mit neuen Abgaben.
Sollten neue Zölle kommen, will die EU-Kommission das nicht einfach
hinnehmen.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat von US-Präsident Donald Trump
als Reaktion auf mögliche europäische Digitalsteuern angedrohte Zölle

als ungerechtfertigt zurückgewiesen. «Sollten solche Maßnahmen
ergriffen werden, wird die EU rasch und entschlossen reagieren, um
ihre Rechte und ihre regulatorische Autonomie zu verteidigen», teilte
ein Sprecher mit. 

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump europäischen Ländern mit neuen

Zöllen in Höhe von 100 Prozent gedroht, sollten sie Digitalsteuern
beschließen. Die neuen Zölle würden dann auf sämtliche Waren erhobe
n,
die in die USA exportiert werden, und würden an die Stelle
vereinbarter Zollabkommen treten, schrieb Trump auf der Plattform
Truth Social. Das gelte unabhängig davon, ob die Abkommen bereits
umgesetzt oder unterschrieben seien. 

Zollgeständnisse könnten ausgesetzt werden 

Die EU und die USA hatten sich im vergangenen Jahr auf ein
Handelsabkommen verständigt, das einen monatelangen Zollstreit
beenden sollte. Die vollständige Umsetzung auf EU-Seite verzögerte
sich, schließlich zogen die EU-Staaten und das Parlament im Mai ein
Sicherheitsnetz ein. 

Unter anderem ist vorgesehen, dass die EU Zollgeständnisse ausgesetzt
werden können, falls die USA gegen Absprachen verstoßen - etwa durch
erneute Zollerhöhungen. Das Handelsabkommen sollte nun bald
vollständig umgesetzt werden, die neuen Regelungen sollten spätestens
zum US-Nationalfeiertag am 4. Juli in Kraft treten. 

EU-Kommission: Staaten dürfen Steuern erheben 

Auf Trumps Drohung hin betonte der Sprecher der EU-Kommission weiter:
«Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben das souveräne Recht,
wirtschaftliche Aktivitäten auf ihrem Hoheitsgebiet im Einklang mit
unseren demokratischen Werten und internationalen Verpflichtungen zu
regulieren.» Steuern würden gleichermaßen für alle großen Unterne
hmen
gelten, unabhängig von ihrer Herkunft, und diskriminierten nicht. 

Die EU habe sich konsequent für eine globale Lösung zur fairen
Besteuerung der digitalen Wirtschaft eingesetzt, im Einklang mit den
Schlussfolgerungen der G7-Finanzminister. «Dies bleibt unser
bevorzugter Weg, und wir sind bereit, uns konstruktiv dafür
einzusetzen, um dieses Ziel zu erreichen.»