EU und China wollen Konflikte entschärfen - Zusage von Wang

29.06.2026 19:38

«Der Status quo ist keine Option»: So sieht die EU die
Handelsbeziehungen mit China. Jetzt gibt es Gespräche in Brüssel und
etwas Hoffnung - auch beim heiklen Thema Exportkontrollen.

Brüssel (dpa) - Im Streit um Exportkontrollen für seltene Erden und
Permanentmagnete ist China offensichtlich zu Zugeständnissen an die
EU bereit. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte in Brüssel nach
Gesprächen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao, dieser habe
zugesichert, dass die bestehenden Exportkontrollen die Lieferketten
der EU nicht beeinträchtigen würden. Beide Seiten starteten zudem
neue Handels- und Investitionskonsultationen, um auch grundlegende
Handelskonflikte zu entschärfen. 

Die Exportkontrollen für seltene Erden und leistungsstarke Magnete
hatte China nach Zoll-Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump
eingeführt. Die Maßnahme trifft aber auch deutsche und andere
europäische Unternehmen. Seltene Erden stecken etwa in Bildschirmen
von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben für
Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinen.

EU und China wollen Handelskrieg verhindern

In den am Montag gestarteten Handels- und Investitionskonsultationen
(Tic) wollen China und die EU laut einer gemeinsamen Erklärung von
Sefcovic und Wang nach praktischen Lösungen für die aktuellen
Herausforderungen suchen. Dazu soll es konkrete Arbeiten zu den
Themen Ausgewogenheit von Handel und Investitionen, Exportkontrollen,
geistige Eigentumsrechte und eine Reform der Welthandelsorganisation
(WTO) geben.

Sefcovic erklärte, die Handelsbeziehungen müssten ausgewogener
werden. Chinas Exporte in die EU stiegen weiter, während der
Marktanteil europäischer Unternehmen in China schrumpfe. «Dieser
Trend ist nicht nachhaltig, und der Status quo ist keine Option»,
sagte er.

Gemeinsamer Überwachungsmechanismus 

Der Zeitplan sieht nach seinen Angaben vor, dass bis Oktober dieses
Jahres konkrete Ergebnisse geliefert werden sollen. Er werde dann im
Herbst nach Peking reisen, um die Fortschritte zu bewerten, sagte
Sefcovic. In der EU wurden zuletzt unter anderem neue Zusatzzölle auf
Importe aus China erwogen, sollte es in den Handelskonflikten zu
keiner Annäherung kommen.

Um den Austausch relevanter Daten zu ermöglichen und Handelsströme zu
beobachten, vereinbarten beide Seiten, einen gemeinsamen
Überwachungsmechanismus einzurichten. Dieser soll demnach auch die
Transparenz verbessern.