EU zahlt Ukraine Milliarden für Drohnenbeschaffung aus

30.06.2026 13:03

Nach monatelanger Blockade floss vergangene Woche erstes Geld aus dem
riesigen EU-Hilfskredit an die Ukraine. Jetzt gibt es weitere Mittel
für Kiew - für einen anderen Zweck.

Brüssel (dpa) - Die Ukraine erhält erster Gelder für die
Drohnenbeschaffung aus dem 90 Milliarden Euro schweren
Unterstützungsdarlehen der EU. Die Europäische Kommission beginne
heute mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte.
In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für
Drohnen nach Kiew fließen. Der Einsatz von Drohnen sei eine
Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem Angriffskrieg

Russlands standzuhalten.

«Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu
schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas

zu stärken», sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld
soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf
Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bedankte sich
bei der EU und allen Partnern für die «rechtzeitige Unterstützung».

«Sie hilft uns bei dringendem Verteidigungsbedarf, erweitert die
Produktion ukrainischer Drohnen, stärkt unsere Rüstungsindustrie und
gewährleistet wichtige Lieferungen an die Front», schrieb sie auf dem
Portal X. 

Riesiger Hilfskredit

Vergangene Woche waren bereits rund drei Milliarden Euro
Makrofinanzhilfen aus dem riesigen Unterstützungskredit an die
Ukraine ausgezahlt worden. Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von
90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante
Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll bereits in diesem
Jahr fließen - weitere 45 Milliarden könnten dann im kommenden Jahr
folgen.

Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit
freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident
Viktor Orban ihn zuvor monatelang blockiert hatte. Das
Finanzierungskonzept sieht vor, das Geld für das Darlehen zu
günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Ukraine soll
das Geld dann nur zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende
seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen
Schäden leistet.