US-Hummer & Co. kommen zollfrei in die EU

30.06.2026 16:41

Werden bestimmte US-Produkte für Verbraucher in der EU künftig
deutlich günstiger? Das wird sich ab diesem Mittwoch zeigen.

Brüssel (dpa) - Industriegüter und Hummer aus den USA dürfen von
diesem Mittwoch an zollfrei in die EU eingeführt werden. Für
bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse und Meeresprodukte aus den
Vereinigten Staaten gelten dann zudem ermäßigte Zölle oder
Zollkontingent-Regeln für einen besseren Marktzugang.

Die entsprechenden Verordnungen seien an diesem Dienstag im Amtsblatt
der EU veröffentlicht worden, sagte ein Sprecher der Europäischen
Kommission. Mit den Neuregelungen erfülle die EU die Vereinbarungen
aus dem im vergangenen Jahr geschlossenen Zolldeal mit US-Präsident
Donald Trump. Europäische Konsumenten erhielten einen besseren Zugang
zu Importen aus den USA - und das zu günstigeren Preisen. 

Trump-Frist wäre am 4. Juli geendet

Trump hatte zuletzt den US-Nationalfeiertag am 4. Juli als Frist für
die Umsetzung der Handelsvereinbarung ins Spiel gebracht. Sollte die
EU nicht bis dahin ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die
Zölle «leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen», drohte e
r.

Mit dem im vergangenen Jahr von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von
der Leyen und Trump vereinbarten Zolldeal war es der EU gelungen,
einen drohenden Handelskrieg mit den USA abzuwenden. Gleichzeitig
musste die Staatengemeinschaft aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15
Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten
akzeptieren und weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von
EU-Zöllen auf US-Industriegüter machen.

Sicherheitsnetz soll USA zu Einhaltung von Deal bewegen

Für den Fall, dass die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen,
wurden die Regeln für die Handelserleichterungen für die USA an ein
Sicherheitsnetz geknüpft. Es sieht vor, dass die
EU-Zollzugeständnisse bei Verstößen der USA gegen Absprachen wieder
ausgesetzt werden können.

Darüber hinaus ist unter anderem ein festes Ablaufdatum vorgesehen,
der 31. Dezember 2029. Bis zum 30. Juni 2029 muss die EU-Kommission
umfassend bewerten, welche Folgen die Änderungen hatten. Sie kann
dann auch vorschlagen, die Zollzugeständnisse zu verlängern.